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Ein galaktischer Quantensprung

Ich hoffe, dass die werten Leser dieser Webseite nicht von den ständigen Superlativen meiner Sprache schon genervt sind. Denn erneut habe ich einen weiteren Meielnstein stolz zu präsentieren: Am 25. und 26. Mai 2017 habe ich die Galaxie M106 fotografiert - die Luminanz und RGB Aufnahmen habe ich auf 2 Nächte verteilt und kam so auf 4,8h Belichtung insgesamt. Der Dynamikumfang der Aufnahme steigt durch die lange Belichtungszeit enorm - auch für die Bearbeitung verwendete ich ca. 6 Stunden. Doch macht Euch selbst ein Bild vom Resultat:

Die Galaxie M106 am 25.-26.Mai 2017
Die Galaxie M106 am 25.-26.Mai 2017

Beauty in Black & White - Die Sonnenblumengalaxie M63

Der Frühling ist Galaxien-Zeit! Wenn sich unsere Milchstrasse im Sommer oder Winter zeigt, sieht dies immer prächtig aus und man sieht viele spannende Objekte. Doch so richtig spannend wird es erst, wenn die funkelnde Milchstrasse nicht den Blick in die Weiten des Universums versperrt - so sieht man im Frühling viele interessante Galaxien. Auch wenn es Anfangs April eine Schönwetter-Phase gab, so war diese doch durch den Vollmond geprägt. Dies ist nicht gut für die lichtschwachen Galaxien, welche man auch mit Filter nicht optimieren kann. Ende April, am Samstag, 29. April sah es schon besser aus: Wochenende, klarer Himmel - und kein störender Mond!

So machte ich mich auf die Suche nach der Sonnenblumengalaxie M63. Auch wenn das Guiding noch nicht optimal lief, so zeigt sich doch die Spiralgalaxie (Typ SA(rs)bc) in ihrer wunderschönen, sturkturierten Vielfalt.

Sobald das Wetter besser wird, werde ich noch die einzelnen RGB-Aufnahmen schiessen, damit das Bild farbig wird. Neue Zeiten, neue Möglichkeiten!

M63 Sonnenblumengalaxie am 29. April 2017 - 12x600s, ungebinnt, -25Grad Celsius, mit Darks und Flats
M63 Sonnenblumengalaxie am 29. April 2017 - 12x600s, ungebinnt, -25Grad Celsius, mit Darks und Flats

Die Jagdhunde sind zurück!

Ja, lange war es still um die Sternwarte Flumenthal. Doch in der Zwischenzeit liess ich keine klare Nacht ungenutzt und verbrachte viele (kalte) Nächte unter der Kuppel. Die weniger guten Neuigkeiten zuerst: Das neue Equipment bedingt dass ich a.) sehr viel Neues dazu lernen muss und b.) die Komplexität ist um einiges grösser als vorher! Denn bisher arbeitete ich mit einer Farbkamera, mit welcher man durch eine Aufnahme sogleich ein Farbfoto bekam. Nach dem Wechsel auf eine Monochrom-Kamera jedoch, darf ich nun jeweils eine Schwarz-Weiss Aufnahme mit einem blauen Filter, einem grünen und einem roten Filter schiessen. Dann noch eine ohne Filter (für die Luminanz). Und dies vielleicht 10-20x .... am nächsten Tag darf jede dieser Aufnahme bearbeitet und schlussendlich zu einem Summenbild zusammengefügt werden. Ihr seht: Viel zu tun - und vieles, dass schief gehen kann. Nun zu den guten Neuigkeiten: a.) es macht sau Spass und b.) die Möglichkeiten damit sind gigantisch!!

Eine der Galaxien, welche ich Ende März 2017 aufgenommen habe, möchte ich hier präsentieren - es ist die Whirlpool Galaxie M51 im Sternbild der Jagdhunde. Sie ist eine der am meisten fotografierten Galaxien - vielleicht auch deshalb, weil Sie so wunderschön ist? Anbei das Ergebnis! Enjoy :)

M51 Whirlpool Galaxie in den Jagdhunden am 30.03.2017 - 9x600s LUM ungebinnt, je 300s RGB 2x2 binning - mit Darks und Flats.
M51 Whirlpool Galaxie in den Jagdhunden am 30.03.2017 - 9x600s LUM ungebinnt, je 300s RGB 2x2 binning - mit Darks und Flats.

Eine neue Ära beginnt - Astrofotografie auf einem neuen Level mit neuem Teleskop & Kamera

Die ganze Geschichte begann an einem Morgen früh, als ich die Nachricht vom befreundeten Astrofotografen Beni Kissling las, ob ich sein Equipment übernehmen möchte. Ich lachte über den Witz und fragte zurück, ob er nicht zufrieden gewesen wäre mit den Astrofotos der letzten Nacht oder was denn los wäre. Erst nach seiner Antwort bemerkte ich, dass dies kein Witz war - sondern der Beginn von was Grossem! Bei der Ausrüstung handelt es sich um ein CDK12.5 von Planewave, einem absoluten Spitzengerät für die Astrofotografie. Die Kamera steht dem Teleskop in Nichts nach: Eine Vollformat-Kamera von SBIG namens STL11000. Das ist, wie wenn man einen Fiat-Panda Fahrer fragt, ob er nicht den Ferrari übernehmen möchte. Wow. Und ob ich wollte! Doch zuerst gingen wir mal sämtliche Optionen durch und besprachen den Deal und seine Anschlusslösung über Tage hinweg. Am letzten Freitag, dem 11. November, war es soweit und wir machten die Übergabe der beiden Traumgeräte. Schnell spielten wir die benötigte Software auf das Sternwarten-Notebook und siehe da - alles lief einwandfrei! Beeindruckend war u.a. wie beim geöffneten Filterrad mit 7 Positionen jeder Filter schnell & ganz exakt angefahren wurde, sobald man in der Steuersoftware den Befehl dazu gab. Und was für Filter sich erst im Gehäuse verstecken: Schmalbandfilter wie Halpha, S2 und O3. Meine Augen begannen zu glänzen und ich realisierte, dass dies für mich ein Quantensprung sein wird, da ich bisher mit einer einfachen Farb-Kamera von Celestron gearbeitet habe.

Am nächsten Tag habe ich dann das neue Equipment in der Sternwarte aufgebaut - und nun kommt der härteste Teil der Umstellung: Warten auf gutes Wetter! Also, der neue Ferrari steht in der Garage und ich freue mich gigantisch auf die erste Ausfahrt!

Bernhard Roth - Sternwarte Flumenthal - 16.11.2016

Das neue Equipment der Sternwarte Flumenthal: CDK 12.5 und SBIG STL11000
Das neue Equipment der Sternwarte Flumenthal: CDK 12.5 und SBIG STL11000

Mars Attacks!

Das erste, eigene Foto vom Mars - 21.05.2016
Das erste, eigene Foto vom Mars - 21.05.2016

Ende Mai 2016 nähert sich unser rote Nachbarsplanet so nahe der Erde, wie in den nächsten 10 Jahren nicht mehr! Er wächst dabei auf einen scheinbaren Durchmesser von 18.6 Bogensekunden an, was es erlaubt, einige Strukturen mit Hilfe von einem Teleskop zu erkennen.

 

Aber …. Und dieses "aber" wiegt schwer: Da die Marsopposition im Sommerhalbjahr stattfindet, befindet sich die Ekliptik und ergo die Position der Planeten sehr tief südlich. Man beobachtet den Mars nur knapp über dem Südhorizont und er klettert höchstens auf 18°. Die Nähe zum Horizont führt dazu, dass das Licht vom Planeten einen viel weiteren Weg durch unsere Atmosphäre zurücklegen muss, als wenn er direkt im Zenit stehen würde. Der Anblick des Planetenscheibchen erinnert dann stark an das Beobachten von Fischen von einem Boot aus: Das Bild wabbelt hin und her und die Schärfe lässt zu wünschen übrig. Beni Kissling und ich liessen uns trotz den schlechten Rahmenbedingungen nicht die Gelegenheit nehmen, ein Foto vom Mars in der Opposition zu schiessen.

Für mich war die Fotografie vom Mars eine Premiere - umso mehr freute ich mich, als wir sahen, dass wir wirklich verschiedene Strukturen auf der weitentfernten Planetenoberfläche ausmachen konnten! Im Grenzbereich der Wahrnehmung liegt der Olympus Mons oben rechts auf 1 Uhr Position. Olympus Mons ist der grösste Vulkan im Sonnensystem mit einer Höhe von 22 Kilometern (Der irdische Mount Everest bringt es auf etwas über 8,8km).

Zum Vergleich der Strukturen habe ich unten rechts noch eine Stellarium-Simulation des Mars zum Zeitpunkt der Aufnahme hinzugefügt..

 

Der Planet Merkur schwirrt vor der Sonne vorbei

Gut, der innerste Planet unseres Sonnensystems "schwirrte" nicht vorbei, sondern zog gemäss richtiger Definition auf einem "Transit" von der Erde aus gesehen über die Sonnenscheibe. Doch irgendwie musste man dieses Event ja ein bisschen Aufpeppen. Ansonsten besteht es daraus, dass man einem 12 Bogensekunden kleinen schwarzen Flecken während 7 Stunden lange beobachtet. *gähn*. In der Region Solothurn sorgte jedoch das Wetter für erhöhten Puls, da es zur Mittagszeit noch bewölkt war und sogar regnete! In der Not entschloss ich mich dazu, die Gelegenheit zu nutzen und die Fassade der Sternwarte mit Schwamm & Eimer gründlich zu putzen. Nach 2-3 Stunden wurde das Putzen jedoch mühsam ... ich streckte mich hoch um auch jeden möglichen Schmutz auf der Kuppel weg zu waschen. Es war heiss in den Arbeitskleider und die Sonne schien mir ins Gesicht. Moment mal. Die Sonne?? Schnell schmiss ich den Schwamm in eine Ecke, startete das Notebook und die Stromversorgung des Notebooks. ich musste unbedingt die Wolkenlücke nutzen um einen Blick auf den Merkur vor der Sonnenscheibe zu erhaschen. Der neu gebastelte Filter für das Pentax 75SDHF Teleskop schien zu halten. Doch wie kriegte ich die ASI120 Kamera ans Teleskop? da lagen ca. 8 Adapter in allen möglichen Variationen - und keiner passte. Und wenn er passen würde, kam ich nicht in den richtigen Fokus. Schlussendlich kam mir die Idee in den Sinn, die Hülse vom Umlenkspiegel mit einem Innensechskant-Schlüssel zu lösen. Und siehe da - es passte. Die Sonne war schnell gefunden und schon sah ich den kleinen, kleinen schwarzen kugelrunden Merkur vor der Sonnenscheibe. Ich schoss eine Serie mit verschiedenen Parameter wir Belichtungszeit und Gain - und dann waren schon wieder die Wolken da. Ich schaltete die Kamera aus, schnappte mir den Schwamm und putze weiter. Im Jahr 2032 kommt der nächste Merkur-Transit ...

Bernhard Roth - Sternwarte Flumenthal - 09.05.2016

Der Merkurtransit vom 09. Mai 2016 fotografiert von der Sternwarte Flumenthal aus - Pentax 75 SDHF mit ASI-120 (ca. 8ms, 100-150 Frames)
Der Merkurtransit vom 09. Mai 2016 fotografiert von der Sternwarte Flumenthal aus - Pentax 75 SDHF mit ASI-120 (ca. 8ms, 100-150 Frames)

Der Jäger wird gejagt!

Was machen eigentlich Astronomen genau? Die Antwort: Warten. Über die Wintermonate hinweg gab es zwar einige klaren Nächte, doch hier im Schweizer Mittelland hielt sich der Nebel hartnäckig und äusserst zuverlässig. Doch es gibt Lichtblicke - bevor das Wetter wechselt und sich Regen ankündigt, kann es ab und zu klar werden und der Nebel bleibt fern. Genau so war es am Freitag, 29. Januar 2016. Müdigkeit von einer langen Arbeitswoche hin oder her, ich musste unbedingt in die Sternwarte. Also schwang ich mich aufs Velo und fuhr nach Flumenthal. Dort erwartete mich ein klarer Himmel und die Sternwarte, welche keine offensichtlichen Schaden während dem Überwintern nahm. Ich legte sogleich ohne grosse Einstellarbeiten los, denn mein Hunger nach Photonen war riesig. Ich wollte auf keinen Fall Stundenlang alles genau einrichten, um dann festzustellen, dass Wolken aufzogen! Zuerst nahm ich mein Primärziel ins Fadenkreuz: eine wunderschöne Nebelkonstellation im Gürtel vom Orion, dem Himmelsjäger. Drei Sterne in einer Linie bilden den Gürtel und beim östlichsten Stern, Alnitak residiert ein Sammelsurium an Nebeln: Der Pferdekopf-Nebel IC434, der Flammennebel NGC2024 und der kleine NGC2023. Ich schoss 39x80s bei -15 Grad Celsius Chiptemperatur:

Der Pferdekopf mit Flammennebel im Gürtel des Orions - 39x80s - Aufgenommen am 29.01.2016 in der Sternwarte Flumenthal
Der Pferdekopf mit Flammennebel im Gürtel des Orions - 39x80s - Aufgenommen am 29.01.2016 in der Sternwarte Flumenthal

Nachdem das Teleskop mittels Föhn vom Tau befreit worden ist, nutzte ich die verbliebene Zeit, um den Orion-Nebel M42 abzulichten. An diesem habe ich mich schon früher versucht, jedoch ohne Hyperstar. Ich war gespannt, wie sich die kürzere Brennweite auswirkte: Und siehe da, für ein Experiment war es ganz schön erstaunlich :) Bereits 15x60s reichten aus, um den Nebel mehr oder weniger abzulichten. dabei war natürlich das Zentrum mit den Trapezsternen total überbelichtet. Dennoch ist es eine nette Trophäe in meiner Gallerie:

Der Orionnebel M42 aufgenommen am 29.01.2016 mit dem Hyperstar C14 EdgeHD (15x60s)
Der Orionnebel M42 aufgenommen am 29.01.2016 mit dem Hyperstar C14 EdgeHD (15x60s)

In dieser Nacht wurde als Orion der Jäger zum Gejagten. Ich will mehr von diesen klaren Winternächten .... und ich verspreche Euch, das nächste mal wird es kein Experiment mehr und die Fotos werden noch besser. Clear skies,

Bernhard Roth

29. Januar 2016

Sternwarte Flumenthal

Die Plejaden M45 - Die sieben Geschwister am Winterhimmel

Die Plejaden aufgenommen am 1. Dezember 2015 in der Sternwarte Flumenthal - 33x120 Sekunden bei -15Grad Chiptemperatur
Die Plejaden aufgenommen am 1. Dezember 2015 in der Sternwarte Flumenthal - 33x120 Sekunden bei -15Grad Chiptemperatur

Die Plejaden sind ein offener Sternhaufen in ca. 400 Lichtjahren Entfernung, welcher ein umliegender Reflexionsnebel aus Gas zum Leuchten bringt. Bekannt sind die Plejaden im Volksmund auch als "Siebengestirn" oder eben die "sieben Geschwister" - der Name stammt von den 7 hellsten Sternen, welche man auch von blossem Auge schwach am Winterhimmel entdecken kann. Für mich persönlich war diese Aufnahme eine kleine Zeitreise, da ich im Jahr 1997 die Plejaden als erstes Deepsky-Objekt identifizieren konnte.

Das Hyperstar-System für das C14 gefällt mir immer wie besser. Lediglich die Flatfield-Aufnahmen vermisse ich immer wie mehr - dies wird unbedingt ein Thema sein, welches es in nächster Zeit zu lösen gilt.

Der Super Blutmond färbt den Himmel gespenstisch rot!

Die Mondfinsternis vom 28. September 2015 in einer Zeitraffer-Aufnahme - aufgenommen von der Sternwarte Flumenthal
Die Mondfinsternis vom 28. September 2015 in einer Zeitraffer-Aufnahme - aufgenommen von der Sternwarte Flumenthal

Der Sonntag war beinahe vorbei, bald war es Mitternacht. Doch es galt noch 2 Stunden auszuharren. Die Erkältung und der Schüttelfrost nagten an Körper und Geist - doch gegen 2 Uhr war es soweit, das Warten hatte ein Ende: Ich packte meine Ausrüstung und fuhr über leere Strassen zur Sternwarte Flumenthal. Der helle Vollmond erleuchtete die ruhige Herbstlandschaft und ich war sehr froh, in dieser Saison so klaren Himmel vorzufinden. Kein Wölkchen verdeckte den Himmel und ich fragte mich, ob ich nicht doch besser die Sonnenbrille hätte mitnehmen sollen .... der Vollmond war so hell. Doch Lösung war zu erwarten: Heute Abend soll' der Mond vom Erdschatten verdeckt werden, was wir eine Mondfinsternis nennen. Ich richtet das Equipment ein (ich verwendete nur den kleinen Pentax75SDHF - denn das C14 wäre zu gross für den Mond) und wartete gespannt. Auf die Minute genau begann der Mondrand sich abzudunkeln - die Totalität begann! Ich schoss Foto nach Foto um den Fortschritt festzuhalten und war ein klein wenig enttäuscht, denn der Mond wirkte ganz normal .... es waren wie die normalen Mondphasen, einfach nur schneller. Doch sobald der innere Erdschatten den Mond immer wie mehr bedeckte, stellte ich ein braun-rotes Licht auf der dunklen Seite des Mondes fest, welches immer wie stärker wurde. Als dann der Mond ganz abgedeckt war, strahlte er gespenstisch rot/braun/orange .... es war absurd!! So ein Bild mitten in der Nacht - wunderschön und zu tiefst ergreiffend! Es war es wert, die ganze Nacht auszuharren. Ich beobachtete noch den Ausritt des Mondes aus dem Erdschatten und hielt diesen bis Sonnenaufgang fotografisch fest. Als alles durch war, war ich auch durch - das Fieber zerrte an meinen Kräften und ich liess mich erschöpft ins Bett fallen zu Hause. Glücklich. Das ist Astronomie!

... und weiter geht es mit dem Galaxien-Fieber!

Die Andromeda-Galaxie am 8. September 2015; 45x90s bei -11°C Chiptemperatur, 2x2 gebinnt, ohne Flats- aber mit Darkframes
Die Andromeda-Galaxie am 8. September 2015; 45x90s bei -11°C Chiptemperatur, 2x2 gebinnt, ohne Flats- aber mit Darkframes

Am 8. September war es so weit: Es galt meinen eigenen Massstab selbst zu übertreffen und diesmal ein besseres Foto der Andromeda-Galaxie M31 zu schiessen als am 22. August.

Einige Massnahmen waren erfolgreich (Bilddrehung, Bessere Kollimierung und Bildbearbeitung) - wohingegen einige Punkte nicht die gewünschte Steigerung mit sich brachten (Längere Belichtung). Dennoch bin ich ganz zufrieden mit dem Resultat und bin der Meinung, dass der Fortschritt sichtbar ist. Aller guten Dinge sind drei ... oder?

Ein galaktisches First Light für den Hyperstar

Die Andromeda Galaxie - aufgenommen mit Hyperstar 20x30s am 22.08.2015
Die Andromeda Galaxie - aufgenommen mit Hyperstar 20x30s am 22.08.2015

Viel zu lange stand der neugekaufte Hyperstar unbenützt in seinem Koffer. Gestern Nacht entschloss ich mich, meine erste Erfahrungen mit diesem Linsensystem zu sammeln. Eigentlich wäre es einfach gewesen - wenn ich alles von Beginn an richtig gemacht hätte! Naja, deshalb sind es ja Erfahrungen :-) Auf jeden Fall gab ich nicht auf und in den frühen Morgenstunden gelang mir dann doch noch eine Fotoserie von unserer Nachbargalaxie Andromeda M31. Zukünftig werde ich noch einige Punkte verbessern und ich freue mich schon jetzt, in Kürze hier den vergleich rsp. den Fortschritt vorzustellen! Clear skies and glowing Galaxies!

Zwei neue Planeten nahe am Horizont

Nach über drei Monaten Astronomie-Abstinenz aus verschiedenen Gründen, beschloss ich am 6. Juli 2015 wieder einmal die Sternwarte zu besuchen. Die Juni & Juli Nächste sind besonders kurz und es wird - wenn überhaupt - nur für kurze Zeit richtig dunkel. Deshalb bieteten sich die beiden Planeten Saturn und Venus als Objekte an. Obwohl beide nicht weit über dem Horizont standen, versuchte ich mein Glück. Die Refraktion der Atmosphäre als auch das schlechte Seeing wirkten sich negativ aus. Dennoch gelang es mir, zwei akzeptable Aufnahmen der beiden Planeten zu schiessen.

Die partielle Sonnenfinsternis vom 20. März 2015

Es war kaum zu glauben - Ende März und der Wetterbericht hielt, was er versprochen hatte: Klaren Himmel & Sonne! Ich radelte ca. 30 Minuten vor dem Beginn der Sonnenfinsternis zur Sternwarte und stellte schnell das Equipment auf.

Pünktlich um 9:25 Uhr begann das Spektakel: Die Sonne bekam eine Delle! Langsam aber stetig schiebte sich der dunkle Mond vor die helle Sonne. beim Maximum um ca. 10:32 Uhr war die Sonne bis zu 70% bedeckt und es wurde spürbar kühler! Das Licht veränderte sich nicht stark - doch es war um einiges diffuser als sonst. Nach dem Maximum bewegte sich der Mond weiter bis er um 11:44 Uhr pünkltich wie eine Schweizer Uhr die Sonnenscheibe wieder verliess.

Die aus den Fotos gewonnene Zeitraffer-Aufnahme zeigt deutlich, dass da wirklich der Mond vor der Sonne vorbei zog. Es war ein grosses Glück, diese Finsternis bei so schönem Wetter erleben zu dürfen!

M51 - die Whirlpool-Galaxie

In diesen Wochen jährt sich mein Beginn in der Astrofotografie. Damals war mein Ziel, so viele verschiedene Objekte wie nur möglich zu fotografieren. Ich verweilte nie lange bei einem Objekt, sondern nahm sogleich das nächste in den Fokus. Nun, nach einem Jahr und einer 360° Drehung des Himmels, versuchte ich mich an einem bereits fotografierten Objekt: Der Galaxie M51 in den Jagdhunden. Ich erhöhte die Belichtungszeit drastisch von 120s auf 300s. Und siehe da, das Resultat war in der Tat besser als vor einem Jahr! Jedoch zeigte der Versuch deutlich, dass noch mehr geht mit der Belichtungszeit. Beim nächsten mal werde ich eine Belichtungszeit von 600s austesten.

Die Galaxie M51 in den Jagdhunden - aufgenommen am 12. März 2015; 19x300s
Die Galaxie M51 in den Jagdhunden - aufgenommen am 12. März 2015; 19x300s

Der König der Planeten: Jupiter im Fokus

Am 9. Februar 2015 habe ich meinen ersten Schritte in der Planetenfotografie unternommen. Da Jupiter hell am Firmament leuchtete, entschloss ich mich diesen mit der neuen Planetenkamera ASI120MC-S von ZWO abzulichten. Das Seeing war schrecklich und das Planetenscheibchen tanzte wild auf dem Sensor hin und her. Dennoch gelang es mir dank ein paar sehr guten Bearbeitungsprogramme wie Autostakker und Registax ein Bild vom König der Planeten zu schiessen, so dass man ihn wenigstens erkennt. Auf der rechten Seite ist der Schatten des Jupitermondes Callisto zu erkennen. Hoffen wir diesmal nicht nur auf klaren Himmel, sondern auch auf ruhige Luft!

Bernhard Roth

Sternwarte Flumenthal

09.02.2015

Der Komet Lovejoy - ein grüner Schneeball im Weltall

Premiere! Nun ist es mir doch noch gelungen, meinen ersten Kometen zu fotografieren! Ich muss jedoch auch zugeben,  dass mich die Aufnahme nicht gerade vom Hocker haut. Doch Komet ist Komet :-) Wieso ist die Aufnahme nicht perfekt? Einerseits hat der Komet C/2014Q2-Lovejoy keinen ausgeprägten Kometenschweif, wie andere Kometen. Erst bei langbelichteten Aufnahmen kommt dieser zum Vorschein. Ich habe jeweils 60s-Frames belichtet und da kommen wir schon zum zweiten Punkt: Die Eigenbewegung des Kometen ist beträchtlich! Natürlich wusste ich, dass dieser durch unser Sonnensystem in Richtung Sonne rast, doch hätte ich nicht erwartet, dass er sich so schnell bewegt. Mit dem OAG konnte ich nicht auf den Kometen nachführen, sondern nur dem Sternenhintergrund weshalb man bei jeder Aufnahme den Versatz sah. Dies machte das Staken der Frames um einiges schwieriger als bei klassischen Deepsky-Aufnahmen. Und zu guterletzt habe ich mit einer Kanone auf Spatzen geschossen: Die Brennweite des C14 ist trotz Reducer immer noch viel zu gross. Es wäre besser gewesen, ein kleines Teleskop mit einem kleinen Brennweite/Öffnungsverhältnis zu verwenden. Schlussendlich habe ich die Nahaufnahme noch mit einer Aufnahme der DSLR kombiniert, so dass man sieht, wie gross der Komet in Wirklichkeit am Himmel erscheint. Also, Komet ist Komet - und das ist der erste, den ich fotografiert habe :-)

Clear skies,

Bernhard Roth

Sternwarte Flumenthal

18.01.2015 (Aufgenommen am 12.01.2015)

Der Komet C/2014-Q2 Lovejoy am 12. Januar 2015 zwischen Plejaden und Hyaden (13x60s CCD + 1x8s mit Nikon D300s)
Der Komet C/2014-Q2 Lovejoy am 12. Januar 2015 zwischen Plejaden und Hyaden (13x60s CCD + 1x8s mit Nikon D300s)