Die Sonnen Fotografie

Auch wenn es fast nichts gegensätzlicheres gibt als die Sonne zum Nachthimmel, so gibt es eine grosse Gemeinsamkeit: Die Sonne ist ein Stern! Somit bietet unsere Sonne die beste Gelegenheit, einen Stern aus der Nähe zu studieren. Man bedenke, dass es ansonsten nicht möglich ist, einen anderen Stern nebst der Sonne mit einem Teleskop aufzulösen, sprich nicht nur einen Punkt abzubilden, sondern eine Scheibe.

Achtung: Das helle Sonnenlicht kann unsere Augen zerstören!! Bitte somit keine Experimente auf eigene Faust machen!! In der Sternwarte Flumenthal arbeite ich mit Filter, welche bloss einen Tausendstel der Strahlung durchlassen, so dass wir unser Zentralgestrin in einer normalen Helligkeit beobachten können.

Sonnenflecken am 27. September 2014 - Nahaufnahme
Sonnenflecken am 27. September 2014 - Nahaufnahme

Sonnenflecken

Wenn man die Sonne mit einem normalen Teleskop mit Filter beobachtet, sind die Sonnenflecken das auffälligste Merkmal. Der Filter dunkelt das helle Licht stark ab, dass nur ein Tausendstel bis zum Beobachter gelangt. Jedoch erscheint die Sonne dann nicht glatt, sondern sie weist Flecken auf der Oberfläche auf.

Diese Flecken sind Gebiete auf der Sonne, welche kühler sind als der Rest. Normalerweise hat die Sonnenoberfläche (Photosphäre) eine durchschnittliche Temperatur von 5500 Grad Celsius. Im Kern der Sonneflecken sinkt diese Temperatur auf 4000 und im umgebenden Hof ("Penumbra") auf 5000 Grad Celsius ab. Diese Temperatur reicht dazu aus, dass wir dies als dunkle Flecken wahrnehmen.

Doch wieso hat die Sonne Flecken, an welchen es weniger heiss ist? Der Grund sind Magnetfeldlinien, welche die Oberfläche durchbrechen und wieder in der Sonne verschwinden. Man kann sich dies wie ein Bogen vorstellen - und beim Ein- und Austrittspunkt des Bogens sehen wir die Sonnenflecken. Die Magnetfeldlinien führen dazu, dass der Hitzetransport aus dem inneren Kern unseres Sterns behindert wird - es kann weniger heisses Material zur Oberfläche aufsteigen.


Der Sonnenfleck AR2297 - aufgenommen am 14. März 2015 mit dem C14 und der ASI120MC-S Kamera
Der Sonnenfleck AR2297 - aufgenommen am 14. März 2015 mit dem C14 und der ASI120MC-S Kamera
Ein einzelner Sonnenfleck - aufgenommen am 5. Juli 2015. Deutlich ist der dunkle Kern (Umbra) und der graue Hof (Penumbra) zu erkennen,
Ein einzelner Sonnenfleck - aufgenommen am 5. Juli 2015. Deutlich ist der dunkle Kern (Umbra) und der graue Hof (Penumbra) zu erkennen,

Der Sonnenflecken-Zyklus

Der 11-jährige Sonnenflecken-Zyklus
Der 11-jährige Sonnenflecken-Zyklus

Die Sonnenflecken entstehen und verschwinden ständig - jedoch folgen sie auch einem 11 jährigen Zyklus: Alle 11 Jahre sieht man sehr viele Sonnenflecken während den Maximum, bevor die Sonnenkugel im Minimum beinahe keine Flecken aufweist usw. Aktuell befinden wir uns in einem Maximum mit der Spitze im Februar 2014.

Zyklus-Nummer

 

18

19

20

21

22

23

24

Beginn

 

Feb. 1944

Apr 1954

Okt. 1964

Jun 1976

Sept 1986

Sept 1996

Jan 2008

Maximum

 

Mai 1947

Okt 1957

Mar 1968

Jan 1979

Feb 1989

Mar 2000

Feb 2014

Sonnenflecken-Relativzahl

 

201

254

125

167

165

139

102


Die Sonnenflecken-Relativzahl

Am einfachsten (auch für Amateure) wird die Sonnenaktivität mit der sogenannten "Sonnenflecken-Relativzahl" ermittelt. Dazu zählt man jeden Tag die Anzahl Sonnenflecken und die Anzahl Sonnenflecken-Gruppen und wendet folgende Formel an:


RZ = 10 x g + s


RZ = Relativzahl, g = Anzahl Sonnenflecken Gruppen, s = Anzahl Sonnenflecken

Die partielle Sonnenfinsternis vom 20. März 2015