Der Orionnebel M42

Dieses Foto habe ich am 12. Januar 2015 in der Sternwarte Flumenthal aufgenommen und besteht aus verschiedenen Aufnahmen, welche ich zu einem Komposit kombiniert habe. M42 befindet sich in einer Entfernung von ca. 1350 Lichtjahren Entfernung von der Erde und besteht aus einer grossen Gaswolke, in welcher laufend neue Sterne geboren werden.

Messier M42 - Komposit aus 10x8s, 10x30s, 10x80 und 5x300s, -15Grad, ungebinnt, Fullframe - mit Darks, ohne Flats - 12.01.2015
Messier M42 - Komposit aus 10x8s, 10x30s, 10x80 und 5x300s, -15Grad, ungebinnt, Fullframe - mit Darks, ohne Flats - 12.01.2015

Im Reich der Satelliten

Mosaik von 16 Aufnahmen von Satelliten-Spuren um die Plejaden - Bernhard Roth, Sternwarte Flumenthal, 05.01.2014
Mosaik von 16 Aufnahmen von Satelliten-Spuren um die Plejaden - Bernhard Roth, Sternwarte Flumenthal, 05.01.2014

Das Jahr 2015 begann wettertechnisch mit einem Lichtblick. Am Abend des 5. Januars 2015 war keine Wolke am Himmel zu sehen und perfektes Wetter für die Astronomie. Naja, nicht ganz perfekt. Denn kurz nach Sonnenuntergang stieg der volle Mond über den Horizont und überflutete den Himmel mit grellem Licht, so dass keine Astrofotografie in Frage kam. Was tun? Als spontane Idee entschied ich mich zur Fotografie von Satelliten - und dies lediglich mit einer handelsüblichen digitalen Spiegelreflex-Kamera! Dazu brauchte ich kein Teleskop, sondern nur ein zusätzliches Stativ und einen Fernauslöser. Als Ziel habe ich mich für Iridium-84 entschieden, welcher um 17:45 aufblitzen sollte ("Flare"). Leider war der Himmel zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig dunkel und die Orientierung viel sehr schwer. Dennoch gelang es mir zum besagten Zeitptunkt das Flare vom Satelliten einzufangen und die Freude war gross! Danach nahm ich die Plejaden ins Korn und stellte fest, dass ca. 1 Stunde nach Sonnenuntergang dort sehr viele Satelliten herumschwirrten (siehe Mosaik oben links). Es war ein toller Abend, der sehr viel Spass machte!

Der Satellit Iridium-84 am 05.01.2015 - aufgenommen mit 10 Fotos à 3 Sekunden und danach überlagert
Der Satellit Iridium-84 am 05.01.2015 - aufgenommen mit 10 Fotos à 3 Sekunden und danach überlagert

Auf der Sonne ist ganz schön was los

Heute Sonntag, am 4. Januar hiess ich das Neue Jahr auch astronomisch willkommen. Am Mittag stand die Sonne am höchsten Punkt und für einmal versperrten keine Wolken die Sicht. Also machten wir uns auf den Weg zur Sternwarte. Zum Glück ist bereits der meiste Schnee auf und um die Sternwarte geschmolzen, so dass ich bereits nach kurzer Zeit mit der Sonnen-Beobachtung beginnen konnte. Diesmal liess ich den Sekundärfilter vor der Kamera weg und arbeitete lediglich mit der Foto-Astrosolar Folie und einem IR/UV-Sperrfilter von Baader. Auch den 0.7 Reducer liess ich weg, um zumindest das Bild ein wenig vergrössert darstellen zu können. Zuerst war ich überrascht über das schlechte Seeing, denn der Monitor auf dem Live-View Bild der Nikon DSLR war ziemlich verschwommen & wabblig. Ein ernuetes Nachfokusieren schaffte Abhilfe - doch die unruhige Luft blieb nach wie vor zum Teil erhalten. Die Sonne steht im Winter auch am Mittag nur ein paar Grad über dem Horizont, weshalb das Licht der Sonne mehr Luftschichten passieren muss, was die Qualität des Bildes beeinträchtigt. Dennoch gelang es mir, ein paar Schnappschüsse der aktuellen Sonnenflecken zu schiessen.Allen voran sei die Gruppe AR-2253 erwähnt, welche sich prächtig entwickelt. Auch die gemessenen Magnetfeldlinien deuten darauf hin, dass diese Fleckengruppe eventuell noch ein X-Flare hervorbringen können. Es tat richtig gut, wieder einmal in der Sternwarte zu sein. Nun hoffe ich, dass uns das Neue Jhr in Bezug auf das Wetter gnädig sein wird und uns eine Schönwettelage beschert.

Clear skies & Prosit Neujahr,

Bernhard Roth

Sternwarte Flumenthal

04.01.2015

Ein Auschnitt der Sonne mit den Sonnenflecken - man beachte die Grösse der Erde im Vergleich dazu. Aufgenommen auf der Sternwarte Flumenthal am 04. Januar 2015.
Ein Auschnitt der Sonne mit den Sonnenflecken - man beachte die Grösse der Erde im Vergleich dazu. Aufgenommen auf der Sternwarte Flumenthal am 04. Januar 2015.