Logbuch

26.05.2017

Tagsüber putzte ich die Sternwarte wie alle Jahre wieder gründlich - nun strahlt diese endlich wieder weiss!

Nachts machte ich mit meinem M106 Projekt weiter - das Auffinden funktionierte einwandfrei, auch das Framing klappte gut anhand der Aufnahmen vom gestrigen Tag. Dies ist eine wichtige Erfahrung, da ich nun endlich ein und das selbe Objekt (in diesem Fall die Messier Galaxie M106) über mehrere Nächte hinweg fotografiere und dann die Daten kombiniere. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht ;-)

Ich wollte den Fokus anhand von Jupiter noch einmal neu einstellen, doch schlussendlich landete ich wieder genau auf der gleichen Position (1822) wie vorher. Die Wolkenbänder sah man z.T. bei 0.02s Belichtung tadellos und klar abgegrenzt.

Ich startete also die RGB-Sequenz von M106 - 6 oder 7x je 300s pro Kanal - jedoch 2x2 gebinnt. Alles funktionierte wunderbar. Gut, ggf. sind dann ein paar Satelliten auf den Aufnahmen ..... aber dieser Umstand liegt jetzt wirklich ausserhalb von meinen Möglichkeiten ;)

Nach Abschluss der RGB-Sequenz nutze ich die Chance und machte noch weitere Luminanz-Aufnahmen. So müsste ich nun doch gegen 4 Stunden LUM-Daten gesammelt haben ingesamt. Ob die Anzahl vielleicht beim Stacken doch noch den äusseren Ring sichtbar machen wird? das wäre ein Traum. Doch wir werden sehen.

25.05.2017

Manchmal kann man auch Glück haben - und manchmal auch in der Astronomie. So die Tage, als das verlängerte Auffahrtswochenende vor der Tür stand und uns Solothurner 4 freie Tage bescherte. Dazu kam ein sogenanntes "Omega-Hoch", welches uns stabiles Hochdruck dominiertes Wetter brachte, ergo, keine Wolken. Aller gute Dinge sind drei: Es ist Neumond. jetzt versteht der Leser vielleicht, wieso mein Herz hüpfte, als ob Weihnachten und Ostern zusammen fallen :)

Ich beschloss, die erste Nacht mit der Luminanz-Aufnahme von M106 zu verbringen. Diese Galaxie bringt eine gewisse flächenmässige Grösse mit, welche für mich als Intermediate-Beginner sicherlich dienlich ist. Ich fing die Galaxie kurz vor dem Meridian um ca. 22:45 ab und begleitete sie dann, bis ich sie knapp hinter den Bäumen ein paar Stunden später verlor. Sowohl das Goto als auch das Scharfstellen funktionierten einwandfrei. Ich schoss 600s-Aufnahmen, ungebinnt im Vollformat. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob dies genügen wird, um den äusseren Spiralring der Galaxie sichtbar zu machen. Auch wusste ich nun, wie ich mit dem Meridian-Flip umzugehen habe. Eine tolle Nacht - welche mir auch ab und zu die Gelegenheit gab, mich draussen auf die Bank vor der Sternwarte zu setzen und einfach den Sternenhimmel zu geniessen.

21.05.2017

Noch immer fehlten mir die Farbdaten der Sonnenblumen Galaxie M63. Auch wenn der Himmel am Samstag Abend noch zugezogen war, so versprach der Wetterdienst für heute Nacht eine weitere Chance, die fehlenden Aufnahmen zu schiessen. Doch zuerst zeigten sich ausschliesslich kleinere Lücken in der sonst dichten Wolkendecke.

Sehr optimistisch denkend fuhr ich zur Sternwarte und richtete alles ein. Ab und zu konnte man sogar Jupiter zwischen den Wolken erhaschen - ja, das Alignment stimmte noch! Bei ca. 0.01s Belichtung konnte man sogar die Wolkenbänder auf dem Gasriesen erspähen. Also war auch der Fokus gut. Dennoch war ich zum Warten verurteilt, da immer wieder Wolkenbänder über die Kuppel zogen. Nach ca. 1 - 1.5h Warterei sah ich, dass der Himmel im Zenit wolkenfrei war. Schnell gab ich in der Steuerung M63 als Ziel ein und nach 1-2 kleineren Korrekturbewegungen hatte ich die inzwischen bekannte Galaxie auch schon auf dem Chip. Ich richtete sie ungefähr aus und startete die RGB Sequenz a je 300s bei 2x2 binning. Wie schon oft, war der Blaukanal deutlich unterbelichtet - ob ich diesen zukünftig länger belichten soll? Ich sammelte die Photonen und alles lief gut. Bloss kam Teleskop und Montierung der Säule immer wie näher. Obwohl sich M63 in der westlichen Himisphäre befand, stand der Tubus nach wie vor auch auf der Westseite der Säule. Wo war die Warnung für den Meridian-Flip? Wieso wechselte die Montierung nicht die Seite? Ich wartete und beobachtete die Montierung mit Argusaugen, da ich nicht wollte, dass etwas durch eine Kollision Schaden nimmt. Keine Warnung erklang. Doch plötzlich sackte das Guiding weg - klar, die Montierung stiess auf Wiederstand - schnell brach ich die Aufnahmesequenz ab und steuerte das Teleskop weg von der Säule. Uff.

gemäss Theorie, müsse man mit der Celestronsteuerung bloss das Objekt erneut anfahren und schon wäre der Meridian-Flip erledigt. Denkste. Die CGEPro schaffte es immer und immer wieder in diese unbequeme, gefährliche Yoga-Position viel zu nahe auf der falschen Seite der Beton-Säule. Ich steuerte die Montierung deutlich auf die Ost-Seite - und schwuppst lief sie wie ein flüchtiger Kommunist in den Westen.

Doch dann kam die Rettung: Ich wollte Jupiter ansteuern. Doch dieser tauchte unter "Planets" nicht auf. bei der Selektion blinkte ein "E" (=East). Mit den Tasten wechselte ich auf "W" und fand Jupiter. Nun klappte es auch mit dem Meridian-Flip bei M63! Heureka!

Doch wieso so kompliziert und was sind die Hintergründe? Da muss ich dringend Recherchieren, sobald das Wetter schlecht ist.

ich nahm noch eine weitere Stunde (=ca. 4 Sets) auf - doch dann sackte das Guiding erneut ab. die letzte Aufnahme zumindest war zerstört. Der Guiding star war immer wie schwächer. Ich hatte genug Herausforderungen bewältigt diese Nacht und beschloss, die Luke zu schliessen und nach Hause zu fahren.

17.05.2017

Heute wollte ich die RGB-Daten der M63 Galaxie aufnehmen. Ich setzte mir als Ziel, je 9x 300s pro RGB Kanal im 2x2 Binning Modus Farbdaten zu sammeln. Doch dies war ziemlich ehrgeizig, da gemäss Wetterbericht ab 2 Uhr Nachts ein Wolkenband über die Schweiz ziehen soll.

Trotz Müdigkeit beschloss ich, den Abend zu nutzen, machte mich auf den Weg zur Sternwarte und richtete alles ein. Eine kurze Überprüfung des Alignments mittels Jupiter anfahren, kleine Korrektur - und Bestätigung vom Fokus. GoTo auf die Galaxie M63 und den Versuch, das gleiche Framing wie beim letzten mal herzustellen, so dass beim Ausrichten & Stacken möglichst der gleiche, grosse Bildausschnitt verwendet werden kann. Optimale Positionierung, dann Aufsuchen vom Leitstern fürs Guiding. Nicht ganz einfach, aber möglich - Belichtung bei 1.5 Sekunden. Start der RGB Sequenz, das erste Set (je 300s) aufgenommen - dann markanter Rückgang der Helligkeit im Histogramm. Blick nach oben: Wolken.

15 Minuten Astronomie also - dazu gibts nichts mehr hinzuzufügen.

29.04.2017

Sternenzeit 19:26 auf der Sternwarte Flumenthal. Wiederentdeckung des Logbuches. Wie konnte ich nur diesen wichtigen Bestandteiles des Lernens vergessen! Asche auf mein Haupt.

Also, am 29. April 2017 nahm ich nach 3 Jahren wieder einmal die Sonnenblumen-Galaxie M63 ins Fadenkreuz. Jenes hätte ich in der Tat gut gebrauchen können, denn wie ich nach dem ersten Goto bemerkte, passte das Alignment nicht mehr. Ich richtete das Teleskop somit auf den Jupiter aus, was eine Weile ohne Sucher dauerte. Doch als dies gelang, kam auch M63 ins Gesichtsfeld. Das zweite Problem war, dass ich keinen passenden Leitstern für den Lodestar fand. Also musste ich die Galaxie solange verschieben, bis ich einen gefunden hatte. Dank dem grossen Chip der STL11000 war dies kein grosses Problem. Ich musste auch den Fokus vom Lodestar neu einstellen. Nachdem ich wieder einmal alles eingestellt hatte, was man einstellen konnte, begann ich mit der Aufnahme-Sequenz. Mir wird immer wieder gesagt, dass das LUM das wichtigste wäre und RGB bloss zweite Priorität hätte. Deshalb - und weil ich dem drohenden Nebel mistraute - beschloss ich, heute lediglich den LUM-Kanal zu belichten. Es gelangen mir 12x600s (=2 Stunden). Später stellte sich heraus, dass die Sterne nicht schön kreis- sondern eierförmig sind. Es musste also ein Problem mit dem Guiding gegeben haben. Beim nächsten mal werde ich 1.) das Teleskop neu ausbalancieren, 2.) ein neues Alignment machen (....aua...) , 3.) die PHD-Einstellungen überprüfen (stimmen diese wirklich noch auch nach dem Teleskop-Wechsel?) und 4. den Graphen in der nächsten Session auf periodische Ausreisser hin überprüfen. Also braucht es jetzt bloss noch gutes Wetter für die RGB-Farbaufnahmen!

30.03.2017

Ich habe die Galaxie M51 im LRGB-Verfahren fotografiert. Hm, den Rest habe ich vergessen - das ist der Nachteil, wenn man das Logbuch erst Anfangs Mai schreibt. Sorry Leute!

29.11.2016

Noch ist keine Wolkendecke in Sicht - im Gegenteil. Auch am 29. November funkelten die Sterne klar vom Winterfirmament und der fall war klar; ich musste wieder in die Sternwarte. Wobei "müssen" vielleicht nicht das richtige Wort für einen Abend in der Sternwarte ist. Es ist zwar sehr kalt, man muss wahnsinnig viel Ausdauer mitbringen - und der Weg zum Erfolg ist mit Niederschlägen gepflastert - doch gibt es für mich kein schöneres Hobby. Die erfolgreiche Nacht gestern hat mir natürlich einen zusätzlichen Motivationsschub gegeben.

Als ich in der Sternwarte in Flumenthal angekommen bin, schaltete ich den Storm ein, schloss das Notebook an - und war bereit für eine weitere Nacht unter der Kuppel. Es ist definitiv ein grosser Vorteil, einen festen Platz für das Teleskop zu haben, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich in dieser Kälte wirklich noch alles auf- und wieder abgebaut hätte. Zuerst gab ich den GoTo Befehl, die Andromeda Galaxie M31 anzufahren. Bereits mit einigen Sekunden Belichtungszeit sah man deren helles Zentrum, wobei auch der Fokus nach wie vor super passte. Also ging es zum Primärziel der heutigen Session, der Schwestergalaxie M33 "Triangulum Galaxie". Diese Galaxie, welche zusammen mit der Andromeda Galaxie und unserer Milchstrasse die lokale Gruppe bildet, heisst nicht etwa so, weil Sie dreiecksförmig ist, nein, sondern weil sie im Sternbild Dreieck zwischen Pegasus und Aries liegt.

Ich wollte mal richtig hoch hinaus mit der Belichtungszeit und wählte 15 Minuten für die Luminanz und 10 Minuten für die 2x2 gebinnten RGB Aufnahmen. Man beachte, dass die 15 Minuten fast 3x so hoch sind wie die bisherigen Belichtungszeiten der Sternwarte Flumenthal (!). Und: Es kam gut :-) Die Sterne waren nach wie vor rund, also funktionierte das Guiding - auch wirkte die Aufnahme nicht überbelichtet. Ich startete somit die Serie à 5 Durchläufen. Erst danach bemerkte ich, dass ich inkl. Darks dazu bis nach 2 Uhr in der Früh benötige! Ich beschloss, dennoch das Beste draus zu machen und kam (denke ich) dennoch auf ca. 3 Serien. (45min. Luminanz, und je 30min. RGB). Den ersten Versuch brach ich nach 30 Minuten ab, weil ich den Tipp von Beni Kissling bekam, die Autodark-Funktion zu deaktivieren.

Natürlich benötigte ich auch Darks dazu …. Diese machte ich als 2x15 min + 3x10 min. D.h. eine Stunde nur für die Darkfield-Aufnahmen! Das ist sehr lange bei -4°C nach Mitternacht.

Dazu kam der drohende Flip. Klingt lustig, ist es aber nicht ;-) Es handelt sich dabei um den "Meridian Flip" - d.h. wenn das zu fotografierende Objekt den Meridian überschreitet und die equatoriale Montierung in dieser Position nicht mehr folgen kann, da sonst eine Kollision der Montierung mit der Säule, etc. droht. Deshalb muss die Position gewechselt werden (= Flip). Mir war jedoch nicht bekannt, wie dies bei der CGEPro Montierung passiert. Läuft sie einfach weiter, bis zur Kollision? Stellt sie auf einmal ab und zerstört ein 15 min Light??! Deshalb will ich ja den Meridian Flip gezielt ausführen. Doch auch ein wiederholtes drücken der Enter-Taste änderte nicht die Teleskop-Ausrichtung. Umso mehr war die Beobachtungszeit heute limitiert - ich wollte ja keine Kollision riskieren. Also, Abbruch der Serie.

Bereits gestern ist mir aufgefallen, dass ich früher oder später Flatfield-Aufnahmen ("Flats") benötigen werde, da die Abschattung an den Ecken der Vollformat Kamera schon bemerkbar war. Ich versuchte dies nachdem ich die Lights aufgenommen habe. Ich legte die Aurora Flatfield Leuchtfolie mit allen Filter auf den Tubus, schloss sie am Strom an und schaltete sie ein. Sie blinkte. Oh Mann - vermutlich zu wenig Spannung? Ich versuchte mich an meine bescheidenen Elektrotechnik-Kenntnisse zu erinnern und schoss Flats von der blickenden Folie. Jedes Flat sah anders aus. Schrecklich. Deshalb machte ich sogleich 20 Stk., in der Hoffnung, die Menge würde die Unterscheide glätten. Alleine der Download vom Vollformat benötigt seine Zeit. UND: Auch die Flats benötigen Ihre eigenen Darks ….. Also warten, warten und warten. Und fluchen. Beim Zusammenräumen, kurz vor der Rückfahrt die Erkenntnis: Man konnte den Schalter der Leuchtfolie auf zwei Seiten betätigen. Ich tat dies in Richtung "Flash". Aua ……… Zum Glück wurde ich nicht Elektroniker.

 

 

28.11.2016

In jedem Hobby gibt es seine Konstante - in der Astronomie ist dies unter anderem bestimmt der Fluch vom schlechten Wetter nach dem Kauf von einem neuen Teleskop. Genau dies geschah auch mir, nach dem ich die Sternwarte mit einem 12.5 Zoll CDK Teleskop und einer Vollformat-Kamera ausgestattet habe: Das Wetter blieb über Tage und Wochen hinweg herbstlich grau und kalt. Doch am 28. November änderte sich dies. Es wurde noch kälter doch dank einem bissigen Ostwind, der Bise, blieb der Himmel klar. In den letzten Tagen habe ich das Equipment bereits soweit vorbereitet, dass es da nicht mehr viel vorzubereiten gab. Trotz aller Befürchtungen, die CCD-Kamera könnte einen Schaden nehmen, ging ich das Wagnis ein und liess sie direkt am Teleskop montiert und so beinahe der Witterung ausgesetzt. Selbstverständlich schützt die Kuppel der Sternwarte die teure Investition vor den grössten Wetter Widerlichkeiten . Gut, Kamera im USB-Port am Notebook eingesetzt, CCDSoft Steuersoftware gestartet ……. Uuuuuuund: Bild. Bäm. First light. Die Fokussierung auf die richtige Schärfe ist ein Traum verglichen mit meinem früheren Teleskop - alles sehr akkurat und dadurch relativ einfach, die richtige Einstellung zu finden (Merke: Position 1965 war gut). Sterne. Viele kleine, runde Sterne. Längere Belichtung - leichter strichförmiger Verzug der Sterne. Mir ist bekannt, dass die Montierung noch nicht perfekt nach Norden ausgerichtet ist. Doch dafür haben wir ja einen Autoguider. Dazu greife ich auf den SX Lodestar zurück, welcher in den MOAG kommt. Auch dort ist der Fokus recht schnell gefunden. Guiding? Check. Doch wo steht nur das Teleskop im Lauch! Dringend muss ein neues Alignment her. Was ich nicht bedachte habe, ist die Schwierigkeit, ein Alignment ohne Sucher nur mit der CCD Kamera zu machen. Sehr, sehr schwierig - doch nicht unmöglich. Nach über einer Stunde hatte ich das Alignment mit zwei Sternen plus einem Kalibrierungsstern gemeistert also fuhr ich die Plejaden als dankbares, erstes Ziel an. Denn falls ich diese nicht auf dem Monitor erspähen könnte, hätte ich immer noch die Möglichkeit, den Sternenhaufen manuell ins Gesichtsfeld zu lotsen. Doch entgegen meinen Befürchtungen fanden sich Merope & Co ziemlich zentral auf dem Monitor. Somit schoss ich zum ersten mal in meinem Leben eine LRGB Aufnahmeserie. Als Belichtungszeit wählte ich 6 Minuten, liess alle Aufnahmen ungebinnt und jeder Filter sollte 5x durchlaufen. Später fand ich heraus, dass es besser wäre, wenn jeder Filter nur 1x ausgeführt wird, jedoch zu mehreren Sets. So steigt die Wahrscheinlichkeit, komplette Daten zu erhalten - auch wenn man mal früher abbrechen müsste wegen Wetter, Zeit o.ä. Auch eignet sich für die RGB Aufnahmen ein 2x2 Binning, da die Auflösung in den Farbkanälen nicht so ausschlaggebend ist. Dafür darf die Aufnahme-Dauer der Luminanz-Serie höher sein, rsp. die der RGB tiefer. Gegen Schluss schoss ich noch ein paar Dark Aufnahmen bei einer Chiptemperatur von -25°C während sich die Umgebungstemperatur gefühlt mit grossen Schritten diesem Wert anpasste.

 

Ich würde mal sagen, dass das First Light mit der neuen Ausrüstung gut geklappt hat, auch wenn das fotografische Resultat noch nicht vorliegt. Die Bearbeitung der Monochrom Fotos in Kombination mit der neuen Software benötigt mehr Zeit als gedacht - doch die nächste Wolkendecken ist im Solothurner Mitteland ja nie weit entfernt.

 

29. Januar 2016

Oh, ich habe ja noch ein Logbuch! :-D Na, gut, dann folgt jetzt der Eintrag vom letzten Freitag. Einiges an Prosa habe ich ja bereits auf der Hauptseite geschrieben. Ich muss jedoch hinzufügen, dass ich sehr froh war, wieder mal eine Nacht in der Sternwarte zu verbringen, denn das Winterwetter bekam des Astronomie bisher noch nicht gut. Ich ging auch ziemlich Amateurhaft an diese Session und machte beinahe keine Einstellungen - weder das Alignment noch das Kollimieren veränderte ich gegenüber der letzten Beobachtungsnacht am 1. Dezember. Dies machte sich schlussendlich auch in der Qualität der Aufnahmen bemerkbar, doch dies freute mich sehr!! Den bereits so war ich mit dem Resultat happy - und ich weiss genau, dass wenn ich dies das nächste mal verbessere, wird es noch besser!

Gut, nach den Aufnahmen vom Pferdekopf-Nebel war die Schmidtplatte ganz mit Tau überzogen. Ich war sehr erstaunt, dass ich dennoch fotografieren konnte! Nach dem Wegföhnen war jedoch schnell klar, dass die Luminanz deutlich zunimmt ohne Tau ;) Was kann ich das nächste mal besser machen? a.) Die Balance des Telekopes überprüfen und falls notwendig temporär beschweren, b.) ein sauberes 3-Star Alignment mit Referenzstern in der Nähe vom Objekt, c.) so gut wie aktuell mit diesem Equipment möglich fokussieren, d.) den Hyperstar kollimieren und last but not least e.) Flats verwenden. Doch für letzteren Punkt benötige ich eine zusätzlich Luminanzfolie in gigantischem Ausmasse. Diese kostet dann 400 - 500.- CHF. Damit erhoffe ich mir, dass ich die Vignettierung wegbringe und die Aufnahmen über das ganze Bildfeld hinweg gut ausgeleuchtet werden. Es gibt somit einiges zu tun das nächste mal und ich sollte früher starten mit der Session. ich bin gespannt und freue mich sehr darauf. Trotz mittelmässigen Aufnahmen :)

1. Dezember 2015

Wieder einmal war die Aussicht auf eine nette Kombo verhalten optimistisch: Klaren Himmel, früher Sonnenuntergang, nichts los am Abend - und kein Mond am Himmel bis 23 Uhr. Noch am Nachmittag sah' es nicht danach aus, denn graue Wolken hingen tief über dem Mitelland und versperrten den Blick auf den blauen Himmel. Dennoch hielt der Wetterbericht sein Wort und pünktlich nach Sonnenuntergang klarte der Himmel auf. Gegen 19 Uhr fuhr ich mit dem Velo Richtung Flumenthal und bereits jetzt begrüssten mich die Sterne mit einem schönen nächtlichen Panorama.

Leider war ich in den letzten Wochen sehr selten bis nie in der Sternwarte. Umso mehr war ich froh, dass jene noch in einem guten Zustand war und alles ohne grössere Komplikationen funktionierte. Dies ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass hier Elektronik das ganze Jahr über den Aussentemperaturen ausgesetzt ist! Lediglich die LED's für die Beleuchtung müsste ich mal auswechseln. Diese steigen aufgrund der tiefen Temperaturen eine nach der anderen aus ... so wird aus einem RGB-Licht schnell mal ein B-Licht. Und wer will schon ein grelles Blau oder Grün Hintergrundlicht in einer Sternwarte, wo die Dunkeladaption der Augen so wichtig ist.

Gut, das Equipment war aufgesetzt - der Hyperstar mit der Nightscape Kamera montiert. Vorsorglich hielt ich den Haartrockner zur Taubekämpfung bereit. Ich gab M45 die Plejaden als Ziel ein und dank dem grossen Gesichtsfeld waren diese schnell gefunden. Fokussieren war Glaubenssache doch funktionierte recht gut (Hoffe ich ...) - auch das Kollimieren war einfach. Einziger Nachteil war die fehlende Nachführung, denn dadurch verschiebt sich das Objekt langsam. Dies wäre nicht weiter schlimm, doch nach einer Stunde Belichtungszeit ist der Versatz schon beträchtlich, was beim Stacken der Bilder sich in einem reduzierten Bildausschnitt zeigt. Also habe ich 3-4 Serien à 5-10 Bilder à 120 Sekunden geschossen. Nach Abschluss der Serie überprüfte ich das Summenbild, trocknete die Schmidtplatte mit dem Haartrockner - und korrigierte den Versatz mit ein paar kleinen Steuerbewegungen. Funktionierte recht gut! Obwohl ich noch ein Rezept finden muss, wie ich mir die vorhergehende Position am besten merken kann zum wieder einstellen.

Ein weiteres Mysterium, welches es zu lösen gilt: Von 3-4 Lights war immer eines verzogen, so dass die Sterne eierförmig waren. Also ein Fehler in der Nachführung. Aber ist dies a.) aufgrund einer Disbalance der Gewichte oder b.) der periodische Schneckenfehler der Zahnräder? Literaturrecherche.

Desweitern zeigte sich beim Bearbeiten der Bilder eine starke Vignettierung: Der Rand war um einiges dunkler als das Zentrum - dies machte das Bearbeiten sehr schwierig und auch auf dem Endresultat ist der zu helle Kernbereich und der zu dunkle Rand zu gut sichtbar. ich muss mich in naher Zukunft also unbedingt mit dem Erstellen von Flatfield-Aufnahmen befassen.

Als der Mond den Horizont überquerte war ich auch fertig mit den Darkfield-Aufnahmen, räumte zusammen und fuhr nach Hause. Belohnt wurde ich mit einer wunderschönen Sternenlandschaft auf dem Nachhauseweg - und 1-2 Stunden später mit einem schönen Foto der Plejaden.

28. September 2015

Der Sonntag war beinahe vorbei, bald war es Mitternacht. Doch es galt noch 2 Stunden auszuharren. Die Erkältung und der Schüttelfrost nagten an Körper und Geist - doch gegen 2 Uhr war es soweit, das Warten hatte ein Ende: Ich packte meine Ausrüstung und fuhr über leere Strassen zur Sternwarte Flumenthal. Der helle Vollmond erleuchtete die ruhige Herbstlandschaft und ich war sehr froh, in dieser Saison so klaren Himmel vorzufinden. Kein Wölkchen verdeckte den Himmel und ich fragte mich, ob ich nicht doch besser die Sonnenbrille hätte mitnehmen sollen .... der Vollmond war so hell. Doch Lösung war zu erwarten: Heute Abend soll' der Mond vom Erdschatten verdeckt werden, was wir eine Mondfinsternis nennen. Ich richtet das Equipment ein (ich verwendete nur den kleinen Pentax75SDHF - denn das C14 wäre zu gross für den Mond) und wartete gespannt. Auf die Minute genau begann der Mondrand sich abzudunkeln - die Totalität begann! Ich schoss Foto nach Foto um den Fortschritt festzuhalten und war ein klein wenig enttäuscht, denn der Mond wirkte ganz normal .... es waren wie die normalen Mondphasen, einfach nur schneller. Doch sobald der innere Erdschatten den Mond immer wie mehr bedeckte, stellte ich ein braun-rotes Licht auf der dunklen Seite des Mondes fest, welches immer wie stärker wurde. Als dann der Mond ganz abgedeckt war, strahlte er gespenstisch rot/braun/orange .... es war absurd!! So ein Bild mitten in der Nacht - wunderschön und zu tiefst ergreiffend! Es war es wert, die ganze Nacht auszuharren. Ich beobachtete noch den Ausritt des Mondes aus dem Erdschatten und hielt diesen bis Sonnenaufgang fotografisch fest. Als alles durch war, war ich auch durch - das Fieber zerrte an meinen Kräften und ich liess mich erschöpft ins Bett fallen zu Hause. Glücklich. Das ist Astronomie!

08. September 2015

Hm, da fehlt ja ein Eintrag. Gut, jetzt rächt es sich, wenn man das Logbuch nicht gleich nach der Beobachtungsnacht schreibt! Naja, wie dam auch sei: Ich habe die Andormeda-Galaxie M31 erneut fotografiert und erneut einen kleinen Fortschritt verzeichnet. Das Kollimieren des Hyperstar Systems ist nun nicht unbedingt dem Zufall überlassen, so dass die Sterne runder werden und nicht mehr Eierförmig. Doch das Fokussieren ist und bleibt ein Glücksspiel.

22. August 2015

Aufgrund diverser Gründe hatte ich in den letzten Monaten keine Zeit für die Astronomie. Ab und zu versuchte ich mich am Tageshimmel in der Sonnenfotografie - doch da wir hier von einem Logbuch und nicht von einem Tagebuch sprechen, verzichtete ich auf einen Eintrag.

Nun war es also nach langer Abstinenz wieder einmal an der Zeit für eine Nightsession. Ich beschloss sogar, diese mit dem Hyperstar zu versuchen: Zu lange stand dieser unbenutzt in seinem Koffer! Ich dachte mir, dass ich zuerst die anderen Komponenten in den Griff bekommen muss, bevor ich dem System einen weiteren Teil hinzufüge. Naja, heute wagte ich micht entschlossen und unvoreingenommen an das neue Spielzeug. Als Ziel wählte ich die helle Andromeda-Galaxie M31 aus, welche im Osten gut in Position stand. Es stellte sich heraus, dass das Kollimieren des Hyperstarsystems nicht ganz einfach war und da ich pragmatisch an die Sache ging, rächte sich dies später auch in den Aufnahmen: Die Sterne waren nicht ganz rund sondern mehr Komaförmig. Dennoch gelang mir mit 25x30s eine ansehbare Aufnahme unserer Nachbarsgalaxie, was mich sehr freute! Das nächste mal muss ich jedoch unbedingt die Kollimierung verbessern, das Objekt auf dem CCD-Sensor diagonal aus richten und die Belichtungszeit erhöhen.

12. März 2015

Auch wenn die Luft leicht dunstig war, so liess ich mir die Gelegenheit nicht nehmen, die Galaxie M51 zu fotografieren. Zu Beginn hatte ich jedoch einige Schwierigkeiten zu bewältigen - erstens musste ich das Setup von der Planetenfotografie auf Deepsky umstellen (Fokusieren, fokussieren ...). Danach hatte ich nicht unerhebliche Probleme mit der GoTo-Genauigkeit - und dies trotz neuem Alignment! Die Funktion "Precise GoTo" schaffte hier jedoch Abhilfe: In dem ich einen nahen Stern im Grossen Bären zuerst anfuhr und diesen zentrierte, fand ich danach M51 problemlos. Diese Funktion muss ich zukünftig unbedingt mehr nutzen! Für die Belichtungszeit wählte ich 19x300s. bei der Nachbearbeitung stellte sich heraus, dass ich bis zu 600s steigern hätte können/müssen! Weil das Seeing nicht allzu gut war, entschied ich mich die Aufnahmen 2x2 zu binnen - eine ungebinnte Aufnahme hätte keinen Vorteil in der Auflösung gebracht, jedoch eine höhere Belichtungszeit für das gleiche Resultat erfordert.

19. Februar 2015

Jupiter habe ich nun schon an drei Abenden fotografiert - es ist also an der zeit, mal etwas Neues auszutesten. Deshalb richtete ich am Donnerstag mein Teleskop kurz nach Sonnenuntergang auf die helle Venus aus. Um die Sequenzen aufzunehmen, musste ich die Aufnahmedauer auf bis zu 2ms reduzieren und auch die Gain-Einstellung senken. Das Seeing war schrecklich und die Venus tanzte wie wild auf dem Monitor hin und her. Bei der Bildbearbeitung stellte sich nachträglich heraus, dass 1.) das Bild nicht ganz scharf gestellt war und 2.) ein grober Farbfehler sichtbar wurde. Dieser ist auf die zu geringe Distanz vom CCD Chip zum Celestron Edge HD Korrektor zurückzuführen (siehe dazu die Herleitung im Blog). Wenigstens kann man ansatzweise die Phase der Venus erkennen. Der nahestehende Mars nahm ich auch kurz aufs Korn, gab jedoch schnell auf. Der scheinbare Durchmesser betrug lediglich 4" und aufgrund der schlechten Fokussierung und dem miserablen Seeing war kaum die Kugelgestalt zu erahnen. Somit muss ich auf die nächste Opposition im Jahr 2016 warten.

zwischendurch fotografierte ich den ISS-Überflug mit der Nikon D300s als Strichspur Mosaik. Die ISS war sehr, sehr hell! Da kein Horizont auf der Aufnahme zu sehen ist, wirkt diese ein bisschen langweilig (Sterne mit Strich ...). Ich werde versuchen, beim nächsten mal, den Horizont mit darauf zu bringen rsp. der ISS direkt nachzuführen. das wird dann bestimmt spannend werden!

Danach widmete ich die Beobachtungszeit noch kurz dem altbekannten Jupiter. Doch die Aufnahmen zeigten schnell, dass diese schlechter werden würden, als das bisher erreichte. Also beschloss ich den Astrofotografie-Abend für heute zu beenden.

12. Februar 2015

Aller guten Dinge sind drei! Und genau so verhält es sich auch in der Astronomie: Ich hatte sehr viel Glück mit dem Wetter in dieser Woche, so dass ich die Müdigkeit beiseite schob und mich auch am Donnerstag Abend aufmachte, um den Jupiter einzufangen. Denn für heute war die Seeing-Vorhersage endlich einmal gut (5-5 auf meteoblue). Das Einrichten erfolgte in Rekordzeit - bereits nach einer Minute hatte ich den Planeten in der Kamera zentriert und nach 2-4 Minuten scharfgestellt. Auch wenn der Feathertouch Micro Fokussierer nicht perfekt ist, so muss ich sagen, habe ich mich langsam aber sicher an die Umstände gewöhnt. Es ist wie mit einem störrischen Pferd - wenn man weiss wie, kann man auch ein solches reiten. Und dann traf mich fast der Schlag: Das Seeing war wunderbar!!! Zum erstenmal in meiner bisher kurzen Karriere als Astrofotograf bemerkte ich den Unterschied zwischen schlechtem und guten Seeing direkt. Es war einfach umwerfend! Die Luft war ganz ruhig und auf dem Live-Bild konnte man etliche Details auf der Jupiter-Atmosphäre entdecken. Sofort startete ich die ersten Filmsequenzen (120s), um den Moment festzuhalten. Die Schmidtplatte befreite ich mit dem Haartrockner vom gefrorenen Tau, was einen erneuten Kontrastboost bewirkte. Danach versuchte ich mein Glück mit der doppelten Brennweite mittels Barlowlinse, doch die Ergebnisse waren enttäuschend rsp. brachten nicht die gewünschte Steigerung. Also wechselte ich die Brennweite wieder zurück. Es war echt ein toller Abend und auch die Bildbearbeitung danach zeigte ziemlich schnell, dass der Abend ein Erfolg war. Zwar hatte ich diesmal keinen Mond auf den Aufnahmen, dafür den grossen roten Fleck (GRF).

11. Februar 2015

Wenn's läuft, dann läufts! Nach drei Tagen war der Himmel immer noch klar und lud zum Beobachten in der Sternwarte ein. Den Dienstag musste ich leider aufgrund akuter Müdigkeit fallen lassen - Die erste Aufnahmesession von Jupiter am Montag forderte ihren Tribut.
Doch am Mittwoch gings frisch und voller Energie erneut ans Werk. Jupiter. Scharf. Los!
Bereits nach 3 Minuten hatte ich den Planeten auf dem Chip der ASI120MC-S zentriert. Danach begann das fokussieren, was ca. 15 Minuten dauerte, bis ich mich dazu entschloss, eine erste Aufnahmesequenz zu starten. wars scharf genug? ich wusste es nicht. Das Seeing hatte immer noch einen markanten Einfluss, welchen ich versuchte dadurch zu schmälern, indem ich vermehrt aufs neue Fokussierte. Dabei hatte ich die Hoffnung, ab und zu den "sweet spot" zu treffen. Eine Verdoppelung der Brennweite ergab nicht den gewünschten Effekt der Verbesserung also kehrte ich nach 1-2 Versuche wieder auf die ursprüngliche Brennweite von 3,9 Meter zurück. ich mache jeweils 120s Aufnahmen und währenddessen stakte ich die vorhergehende mit einer Verwendungsrate von 5-7% im Programm Autostakkert. Dadurch hatte ich immer ein direktes Feedback, was eine deutliche Verbesserung ggü. vorgestern war.
Das Schräfen zu Hause mit Registax und farbnormalisieren mit PS zeigte, dass die Aufnahmen wirklich schärfer geworden sind!! Heureka! Doch perfekt sind diese immer noch nicht. Es gilt auf bessers Seeing zu warten und die Brennweite zu erhöhen.
Was ganz amüsant war, ist die Prognose zum Jupiter-Mond "Io". Gemäss dem Newsletter von Calsky (astroinfo.ch) würde dieser um 21:55 hinter der Jupiterscheibe auftauchen - und siehe da, plötzlich war er wirklich da. Er schaffte es sogar auf die beste Aufnahmesequenz des Abends. Also haben wir schon wieder eine Premiere: Den ersten extra-terristischen Mond im Sonnensystem habe ich von der Sternwarte Flumenthal aus fotografiert :-)

09. Februar 2015

Endlich klarer Himmel! Der Wetterbericht sagte zwar für am Abend einige Wolkenfelder voraus, doch dieser kann sich ja auch täuschen. Also machte ich bei Sonnenuntergang Feierabend, fuhr mit dem Velo nach Hause und zog die Thermounterwäsche an. Denn es war sehr kalt an diesen Tagen und besonders in den Nächten (ca. -5 bis -7°C). Doch Moment mal - wenn ich wirklich meine  neue Planetenkamera ASI120-MC-S von ZWO testen wollte, dann brauchte ich dazu ja auch noch Software! Kurzerhand lud ich den Treiber für die Kamera und das Aufnahmeprogramm "Firecapture" auf das Notebook. Wie ich die Software bediene, kann ich ja dann auch noch in der Sternwarte rausfinden. Also stieg ich erneut aufs Velo und fuhr über verschneite Wege zur Sternwarte. Dort angekommen machte ich das ganze Equipment fit - den Reducer liess ich weg, um eine höhere Brennweite für die Planetenfotografie zu erreichen. Endlich einmal ist die lange Brennweite ein Vorteil und kein Nachteil!
Das Anschliessen der Kamera funktionierte problemlos - das Zentrieren des Objektes verlangte hingegen schon ein wenig Geduld. Am besten funktionierte es, wenn die Belichtungszeit und/oder der Gain erhöht wird, damit die defokussierte Planetenscheibe sichtbar wird. Und dann begann das grosse Drehen am Glücksrad: Soll heissen, das Fokussieren. Ein gewisses Basislevel an Schärfe wurde schnell erreicht. Doch wann ist schar scharf genug? Das miserable Seeing erschwerte das Scharfstellen enorm, denn die Jupiterscheibe tanztze auf dem Chip wild hin und her! ich konzentrierte mich auf die Hauptwolkenbänder und versuchte diese scharf zu kriegen. Sobald dies einigermassen akzeptabel war, startete ich die Aufnahme-Seequenz. In der tat war die Bedienung der Firecapture Software sehr einfach und selbsterklärend. Ich fand es bloss schade, dass ich erst nach der Hälfte der Aufnahmen entdeckte, dass ich bisher schwarz-weiss Aufnahmen schoss, obwohl ich eine Farbkamera besitze! Schnell auf "debayern" geklickt und weiter ging es in Farbe. Zu guter letzt versuchte ich noch eine Aufnahme mit der Barlow-Linse - jedoch war das Seeing so schlecht, dass dies kein zusätzlicher Gewinn brachte. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich dies mit verbesserten Seeing Bedingungen ändern wird. Nach 5-6 Stunden im Freien spürte ich die Kälte immer wie mehr. Plätzlich fühlte ich meine Füsse nicht mehr, so dass ich beschloss, die Kuppel zu schliessen und nach Hause zu fahren. Dort stakte ich die aufgenommenen Sequenzen im Freeware Programm "Autostakkert", welches sehr einfach zu bedienen ist und sehr schnell arbeitet. Danach schärfte ich die Aufnahmen nachträglich noch im Programm "Registax" (Super Sache!) und passte das Bild im Photoshop an. Et voila - fertig ist mein erster Jupiter! Die Kamera hat auf jeden fall sehr viel Potential und ich wünsche mir klare Nächte und ruhige Luft. Ich bin zuversichtlich, dass die Fotos noch viel besser werden, sofern die Luft ruhiger sein wird.

Mein erstes Jupiter-Foto - aufgenommen am 09.02.2015.
Mein erstes Jupiter-Foto - aufgenommen am 09.02.2015.

12. Januar 2015

Tiefgefrorene Eisbrocken prägten diese Beobachtungsnacht. Einerseits war es mit -5°C ziemlich kühl, als ich mit dem Velo zur Sternwarte aufbrach. Andererseits wollte ich auch Eisbrocken fotografieren: Kometen. Zur Zeit wandert der Komet C/2014-Q2 "Lovejoy" durch das Sternbild Stier und diese Gelegenheit wollte ich nutzen, um einen weiteren Himmelskörper in meiner Galerie zu präsentieren.
Der Einstieg klappte gut und schon bald stand das gesamte Equipment bereit, um eingestellt zu werden. Leider hatte ich grosse Probleme mit dem Fokussieren, so dass es mehr als eine Stunde dauerte, bis ich mich entschlossen, den Fokus so zu belassen, wie er ist. Jede Veränderung birgt immer das Risiko einer Verschlechterung mit sich deren Korrektur länger dauert als der erhoffte Gewinn an Schärfe. Man muss dazu auch sagen, dass der von mir selbst montierte Mikrofokussierer von Starlight nicht richtig funktioniert. Oftmals dreht er leer und reagiert somit nicht auf die korrigierende Bewegung. Dann verändert sich die Fokuslage wieder (Der Widerstand beim Drehen scheint auch nicht immer gleich stark zu sein) - jedoch ziemlich willkürlich. Dies führt dazu, dass reproduizierbare oder genaue Ergebnisse beinahe unmöglich sind. Ich wünsche mir jedoch sehr, dass ich den Fokus dennoch einigermassen getroffen habe, so dass das nächtliche Frieren nicht vergebens war. Die Bildverarbeitung wird es zeigen!
Erfreulich war hingegen, wie einfach es war, den Kometen zu finden. Zuerst suche ich mir die Koordinaten (Ra / Dec) vom Kometen über die App "Sky Portal" und notierte diese für verschiedene Zeiten. Danach machte ich ein Alignment auf den Stern Betelgeuze im Sternbild Orion und fuhr danach die gewünschten Koordinaten an. Nach einer marginalen Korrekturbewegung hatte ich den Kometen im Okular. Nett! Und hell! Aber auch kontrastlos. Also, weg mit dem Okular und die Nightscape CCD-Kamera anschrauben! Während der ganzen Nacht habe ich also max. 5 Sekunden visuell beobachtet.
Ich startete zuerst eine Serie von 60-Sekunden Aufnahmen und danach noch eine mit 30-Sekunden. Ich gebe zu, dass meine Erwartungen an das Ergebnis ziemlich tief sind. Einerseits ist die Brennweite trotz Reducer vom C14 viel zu gross, was dazu führt, dass man dem zu fotografierenden Kometen viel zu nahe ist. Andererseits konnte ich mit dem OAG nicht auf dem Kometen nachführen - wie auch, wenn dieser auf dem CCD-Chip der Aufnahme zentriert ist! Also trackte ich den Sternenhintergrund und soviel sei gesagt: Die Eigenbewegung des Kometen war gewaltig! Mit jeder kurzen Aufnahme machte der Komet einen Satz auf dem Bild. Ui, das freut sich wer bereits auf das Stacken und Nachbearbeiten der Fotos.
Währenddessen nutze ich die Gunst der Stunde und schoss draussen ein paar Schnappschüsse mit der Nikon-DSLR. Am meisten überzeugten mich die Aufnahmen mit dem kurzbrennweitigen Objektiv, Blende 1.8 (voll geöffnet) und 8 Sekunden belichtet. Bereits bei 10 Sekunden wurde der Himmel zu hell und die Sterne verzogen sich aufgrund der Eigenbewegung zu Ovalen. Die anderen, längerbrennweitigen, Objektive bewährten sich nicht. Deren Blenden konnten nicht so weit geöffnet werden und auch die höhere Brennweite führte dazu, dass man viel länger belichten muss, um was anständiges zu sehen. Doch da macht sich bereits die Erdrotation bemerkbar und verzieht die Sterne zu Kreisbogen. Sobald ich mal zu viel Geld habe und nicht weiss, wohin damit, kaufe ich mir einen Startracker. Diese Art von Astrofotografie macht extrem Spass und ich werde auch weiterhin damit Experimente machen. Man muss dazu beifügen, dass ich sogar den Kometen C/2014-Q2 Lovejoy auf den Aufnahmen entdeckte - auch wenn er bloss sehr klein erscheint.
Ich hatte das Gefühl, dass ich zur Zeit nicht mehr aus der Premiere meines ersten fotografierten Kometen herausholen konnte. Doch der Himmel glitzerte magisch über der Kuppel der Sternwarte Flumenthal. Es wäre schade gewesen, noch vor dem Mond um 00:35 nach Hause zu gehen. Kurzerhand schwenkte ich auf M42 den Orion-Nebel. Es hiess, dass man diesen Nebel nur mit einem Komposit bestehend aus verschieden langen Belichtungszeiten meistern könne. Also legte ich mit einer Serie los (10x8 Sekunden, 10x20 Sekunden, 10x80 Sekunden und 5x300 Sekunden). Erstaunlich dabei war, dass der Nebel auch bei 300s keine grosse Differenz zeigte gegenüber den 80 Sekunden? Mehr wird sich beim Bearbeiten zeigen. Die Schärfe war wiedermal aufgrund der fehlerhaften Fokussierung grauenvoll. Auch hier wird erst die Bildbearbeitung zeigen, ob das Komposit überhaupt verwendet werden kann. Desweitern hatte ich mit einem starken Taubeschlag zu kämpfen. Oder soll ich "Eisbeschlag" sagen? Die Schmidt-Platte vom Teleskop war gefroren! Dabei half zumindest temporär der kleine Reisehaartrockner. Bloss dafür brauche ich noch einmal ein längeres Kabel.
Zum Schluss verabschiedete mich der Himmel mit drei wunderschönen Sternschnuppen, welche vom Zenit Richtung Südwesten fielen. Wunderschön! ich machte mich auf den Nachhauseweg - tiefgefroren wie ein Eisbrocken, doch über alles glücklich, dass ich eine so klare Nacht unter dem Himmel verbringen durfte.

18. Oktober 2014

Die Andromeda-Galaxie M31 auf dem Radar
Die Andromeda-Galaxie M31 auf dem Radar

In einem neu erstandenen Buch sind die 100 schönsten Objekte am Himmel für CCD-Amateurfotografen aufgelistet: Unter anderem auch die Galaxie NGC7331 (Deer Lick Galaxy Group) im Pegasus oder der Bubble Nebula in der Cassiopeia. Diese beiden Objekte wollte ich in dieser Nacht fotografieren und die Bedingungen dafür waren gut. Lange rede, kurzer Sinn: Ich fand die beiden Objekte mit der GoTo-Steuerung nicht. Das Anfahren von Alignment-Sterne zeigte, dass die Montierung nicht die gewünschte Genauigkeit liefern konnte und die Ziele verfehlte. Kein Problem, wenn die Objekte hell genug sind. Entweder man findet sie visuell mit ein paar Korrektur-Bewegungen über den Handcontroller oder man stellt in der Kamera eine Belichtungszeit von 5-10 Sekunden ein und Sucht den Himmel ab. Doch bei schwächeren Objekten hilft dies alles nicht. Was tun? Ich plane, den Sucher ganz genau auszurichten und mechanisch zu fixieren. Danach suche ich das Objekt über die GoTo-Funktion. Wenn dieses nicht sichtbar ist, identifiziere ich den nächsten Alignment-Stern in der Region und führe dort das Procedere durch. Danach zurück zum Objekt, in der Hoffnung, dass ein Alignment in der Nähe die Positionierungsgenauigkeit erhöht. Und ansonsten greifen ich zu MaximDL, was die Software "MaxPoint" beinhaltet. Dies könnte sehr interessant sein, jedoch mit 600.- USD nicht ganz günstig.

Gut in dieser Nacht brachte mir MaximDL auch nichts mehr und die Galaxie im Pegasus konnte mich mal ****. Was tun? Back to the roots! Ich fuhr die Andromeda-Galaxie M31 an ... die war nicht zu verfehlen, da ihre Helligkeit so enorm ist :-) Natürlich war mir bewusst, dass M31 riesig ist und deshalb sehr schwierig zu fotografieren wäre. Doch ich versuchte es trotzdem. Zuerst mit 30x30s, dann mit 20x60s - und am Schluss mit 15x120s. Aufgrund der enormen Helligkeit der Nachbarsgalaxie ging ich mit extrem kurzen Belichtungszeiten ins Rennen, doch das brachte nichts, wie ich am Tag darauf feststellen musste. Der Kern ist extrem hell und bereits nach ein paar Sekunden sind die Pixel gesättigt. Doch die interessanten Staubbänder brauchen deutlich länger, um sichtbar zu werden. Diese befinden sich deutlich ausserhalb vom hellen Kern. Also, das nächste mal steuere ich den Randbereich von M31 an und erhöhe die Belichtungszeiten drastisch auf 300 - 600s. Erfreulich war zumindest, dass das Autoguiding sehr gut lief (OSC: 0.52, RMS:0.53). Dies lag bestimmt auch daran, dass M31 beinahe am Zenit und weit nördlich stand. Negativ wirkte sich diese senkrechte Tubus-Stellung auf die Tauproblematik aus. Bereits nach ein paar Minuten beschlug die Schmidt-Platte und die Sternabbildung verschlechterte sich drastisch. Die Heizung, welche das verhindern sollte, funktionierte nicht zuverlässig.

Die Erstellung der Darkframes verlangte erneut sehr viel Geduld zu später Stunde - doch besser in der Nacht warten, als sich am Tage über die fehlenden Daten ärgern. Nach 2 Uhr packte ich alles zusammen, schliesste die Tore und fuhr mit dem Velo nach Hause. Hinter mir der aufgehende Mond, welcher den schleichend steigenden Bodennebel von unten erleuchtete.

Manchmal muss man sich die Erfahrungen hart erkämpfen. Hoffen wir, dass ich aus den Fehlern lernen kann und nächstes mal zumindest ein Teil besser läuft.

Zumindest das Autoguiding mittels PhD & Lodestar funktionierte diesmal einigermassen erfreulich!
Zumindest das Autoguiding mittels PhD & Lodestar funktionierte diesmal einigermassen erfreulich!

26. September 2014

Als Primärziel hatte ich für heute den Cocoon-Nebel ausgesucht. Leider stellte sich bald heraus, dass 1.) jener beinahe im Zenit stand und deshalb die Öffnung vom Teleskop teilweise durch die Kuppel verdeckt wurde und 2.) dass da kein Kuckuck war! Will heissen, ich fand den Cocoon-Nebel visuell nicht (Ja, ich weiss, Schande über mich). Die GoTo-Qualität von der Celestron-Montierung ist inzwischen gut und die meisten Objekte finde ich nach 2-3 kleinen Korrekturen. Doch der Cocoon-Nebel fand ich wirklich nicht ohne weiteres. Ich hatte auch zu wenig Geduld und fuhr deshalb ziemlich schnell das Sekundär-Ziel an: Jaaa, der alte Freund, der Ring-Nebel M57! Drei Tage vorher habe ich diesen zum ersten mal versucht, abzulichten. Leider nur mit mässigem Erfolg. Deshalb versuchte ich es heute mit Full-Frame, 1x1 binning - und ohne Reducer! Ich schoss 25x200 Sekunden und erstellte danach noch 21 Darks mit den gleichen Parametern. Das Resultat ist ok ... aber immer noch nicht überwältigend. Kann es sein, dass ich hiermit schon das Maximum an Schärfe erreicht habe unter diesem Himmel?! Vielleicht sollte ich mich endlich überwinden und die Bahntinov-Maske einsetzen. Zudem sind die 200s deutlich zu wenig - man sieht dies an den fehlenden Sternen im Hintergrund. Wie wäre es mal mit 400s? Die nächsten Versuche werden es zeigen!

Ach ja, am 27. September habe ich tagsüber die Sonne fotografiert und ein Mosaik erstellt. War ein ziemliches Gebastel wegen den unterschiedlichen Helligkeitsverläufen. Ob sich der Einsatz von Flats lohnen würde? Im detail möchte ich jedoch nicht darauf eingehen ... das ist ja hier ein Logbuch und kein Tagebuch :-)

23. September 2014

Die Nacht war wunderschön mit nahezu perfektem Himmel: Keine Wolken, keine übermässige Taubildung - und Neumond. Somit war der Himmel sehr dunkel und die Sterne leuchteten kräftig. In der Nähe vom Horizont gab es bis ca. 20 Bogengrad über Boden eine leicht dunstige Schicht, doch im Zenit war die Milchstrasse klar und deutlich zu erkennen.
Der Sommer war miserabel für die Astronomie - desto mehr freute ich mich auf die heutige Session. Das Alignment verlief recht zügig und erfolgreich. Altair wurde beinahe auf den ersten Go To Befehl hin gefunden und musste lediglich von Ost nach West gewechselt werden, da dieser in der Zwischenzeit den Meridian überschritten hatte. Danach suchte ich M16 visuell auf, zentrierte und schloss das Kamera-Setup an. Hui war der Adlernebel tief im Süden! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich zu einem Schnellschuss verleiten liess. In Erwartung, dass die Kamera früh oder spät versagen würde, wollte ich keine Zeit mit genauem Fokussieren verschwenden, stellte 12 x 300 Sekunden bei 2x2 Binning und Full Frame ein. Nach 7 Aufnahmen habe ich abgebrochen. Die Sterne erschienen nicht wirklich scharf und noch schlimmer, mit jedem Frame wurde das Bild immer wie heller. Ich befand mich bereits im Bereich der Lichtglocke von der Stadt Solothurn & Region und die Kuppel verdeckte min. 20 - 30% der verfügbaren Öffnung. Auch ein nachherigen Bearbeiten der Aufnahmen zeigte, dass die Entscheidung abzubrechen richtig war, denn das Resultat war bescheiden. Was jedoch hoffen lässt: Die sogenannten "Pillars of Creation" (= Säulen der Schöpfung) waren klar und deutlich auf den Aufnahmen zu sehen!! Das muss gut kommen das nächste mal!! Dabei zu beachten ist unbedingt, dass das Objekt nahe dem Meridian und somit weit über dem Horizont steht. Es muss sauber scharf gestellt werden, das gesamte Bild verwendeten werden, 1x1 Binning und eine erhöhte Aufnahmedauer oder besser: eine hohe Anzahl Einzelframes. Dann wird das gut kommen! :-)
Ein kurzer Schwenk zum Sekundär-Ziel: Der Ringnebel M57 im Sterbild Lyra. Auch hier hat es sich extrem bewährt, zuerst das Objekt visuell zu zentrieren und danach die CCD-Kamera inkl. OAG anzuschliessen. Dies erspart eine lange Sucherei des Objektes. Ich versuchte hier meinen Fehler vom Adlernebel im Voraus zu vermeiden und deshalb ganz genau zu fokussieren. Leider war dies einfacher gesagt als getan. Die Technik spielte nicht sehr gut mit, denn der Feathertouch drehte oftmals leer, die Sterne waren schnell defokussiert und nur sehr mühsam wieder fokussiert. Somit war nicht davon auszugehen, dass ich nach einer Umdrehung im Gegenuhrzeigersinn und einer daraufhin folgenden korrigierende Drehung im Uhrzeigersinn wieder auf der gleichen Position war. Deshalb gab ich mich mit wenig zufrieden und beschloss, vom Fokus zu den Lights zu wechseln, sobald ich einen akzeptablen Fokus hatte. Vielleicht war dies zu früh ...
Ich liess 25 Aufnahmen à 100 Sekunden laufen. Die Subs waren sehr hell und ich musste das Stretching der Einzelframes auf ein Minimum beschränken, um nicht eine Überbelichtung zu verursachen. Während der anschliessenden Erstellung der Darks stürzte AstroFx 2-3x ab, doch schlussendlich konnte ich doch noch 8 Frames aufnehmen.
Zu Hause gingen die Probleme während der Bildaufbereitung und Bearbeitung leider weiter. Das neue Master-Dark konnte nicht verwendet werden, da die Bildgrösse unterschiedlich sei zwischen Lights & Darks. Natürlich! Ich habe für die Lights lediglich die zentrale Hälfte des Chips verwendet, denn M57 ist flächenmässig ein kleines Objekt. Und bei der Erstellung der Darks war die Option, die Chipgrösse zu begrenzen, inaktiv. Ergo habe ich zwei unterschiedliche Bildgrössen. Ich versuche dies um einen 25% Crop auf jeder Seite zu beheben. Nebulosity akzeptiere danach das Masterdark ... doch wurden nun die richtigen Daten subtrahiert?
Bereits auf den Rohbildern leuchtete der Ringnebel - und nach dem Stacken & DDP Anwendung war alles hoffnungslos überbelichtet. Da muss ich noch das richtige Rezept finden, um hochbelichtete Bilder zu bearbeiten. Zu guterletzt hatte ich auf dem debayerten Ringnebel ein sichtbares Karomuster. An was dies liegen kann? Ob dies normal ist bei 1x1 binning (hohe Auflösung) oder liegt ein Fehler im Debayern vor?
Wir werden in der nächsten Beobachtungsnacht sehen. M57 wird nicht von meiner Liste verschwinden, bis ich hier eine erfolgreiche Fotografie präsentieren kann. Das nächste mal bitte den Nebel in extra-scharf ...

17. Juli 2014

Der Hantelnebel M27 - 12x300s ungebinnt
Der Hantelnebel M27 - 12x300s ungebinnt

Nichts, aber auch gar nichts lief. Die CCD-Kamera hat eine Störung im Binning-Modus, so dass ich nur 1x1 (ungebinnt) Aufnahmen schiessen konnte. Der Feather Touch Focuser funktioniert alles andere als gut. Immer, wenn ich daran schraube, hoffe ich, dass sich die Fokuslage überhaupt verändert. Und nach einem GoTo-Slew ist auf einmal das Bild defokusiert? Ganz zu schweigen von der Dejustage vom GoTo. Aber ja klar, ich hatte ja vor ein paar Wochen mal gescheinert ... :-)

Der Frust war riesig - besonders wegen der Kamera. Das Wetter ist seit 2 Nächten traumhaft schön und genau dann versagt das gesamte Equipment. Welch' ein schrecklicher Frust! Doch Schritt für Schritt versuchte ich die Störfaktoren zu minimieren (gelöst ist noch gar nichts) und schwups gelang mir ein glücklicher Schlag mit dem Hantel-Nebel Messier M27. Schrecklich ... schön!! In solchen Momenten weiss man wieder, wieso man überhaupt all den Frust auf sich nimmt und mühsam über die Hürden klettert.

Geniessen wir den Anblick - bevor's mit dem Trouble Shooting weiter geht!

3. Juli 2014

Also die kurzen Sommernächte erschweren das Astronomen-Leben schon beträchtlich. Es ist nicht möglich, kurz nach der Arbeit noch ein paar Deep-Sky Aufnahmen zu schiessen und bezeiten wieder zu Hause zu sein, sondern man muss bis 23 Uhr warten, bis der Himmel genug dunkel ist. Zudem kommt das unberechenbare Wetter: Tagsüber strahlt die Sonne vom Firmament und kaum wird es Abend, schwups ziehen Wolken auf.

Aber genug geklagt. Am Donnerstag 3. Juli 2014 hatte ich endlich wieder mal die Möglichkeit, Deep-Sky Fotos zu machen. Ich wollte am Kugelsternhaufen M13 im Herkules testen, ob ich noch nicht alle Fertigkeiten verloren habe. Ich war schnell wieder drin, doch die Technik spielte nicht wirklich mit. Irgendwas stimmt mit dem neuen Feathertouch Micro nicht - die 1:10 Untersetzung funktionierte diesmal gar nicht und auch sonst hatte ich den Eindruck, als ob der Standard-Fokusierer beinahe besser wäre ... und dies für für 300.- CHF! Schlussendlich schraubte ich mich doch noch zu einem akzeptablen Fokus mit einem FWHM-Wert von ca. 7 (was immer noch viel zu hoch ist). Dann begann die Kamera und/oder die Software mit ihren Macken: Während den kontinuierlichen Fotos für den Fokus, wurde plötzlich das Bild schwarz. Dann kamen irgendwelche Artefakte (blaue Flecken auf weissem Grund) zum Vorschein, dann lief es wieder und das Ganze begann von Vorne. Das eine mal brachte ein Neuverbinden der USB-Verbindung Linderung, das andere mal das ändern vom Binning-Modus. Kaum hatte ich wieder ein "normales" Bild, begann ich mit den Lights von M13. ich weiss immer noch nicht, was genau schief lief, doch zumindest eine Foto-Serie wollte ich an diesem Abend schiessen. Gesagt getan: 30x60 Sekunden mit der gleichen Anzahl Darks bei -6.5° Chiptemperatur. Das Result gefällt mir persönlich noch ganz gut - auch wenn die Auflösung nicht optimal ist und ich sehr wahrscheinlich noch besser versuchen sollte zu fokusieren. Desweitern musste ich feststellen, dass zwar der neue Sucherschuh endlich auf den Tubus passt, jedoch der Mini-Guider nicht auf den Sucherschuh! Es gibt also noch einiges zu Basteln und zu testen.

20. März 2014

Es galt den letzten Tag einer Schönwetterphase zu nutzen. Das Zeitfenster lag zwischen dem Sonnnenuntergang bis zum Mondaufgang um 23 Uhr. Zum Glück verlief das Einrichten der Kameras ziemlich schnell. Auch wenn ich feststellen musste, dass die neuen Verlängerungshülsen für den Lodestar Autoguider nicht passen (Erneut eine Bestellung platzieren für einen Adapter vom Adapter!). Na gut, es ging auch auf die bewährte manuelle Weise. Sobald alles bereit war, fuhr ich die Galaxie M96 im Leo an. Zuerst stellte ich fest, dass der 1x1 Binning Mode um einiges unempfindlicher ist als im 2x2 Mode!! Somit wechselte ich schnell wieder zurück und verschob dieses Experiment auf später. Dennoch wollte ich zumindest die erhöhte Belichtungszeit von 30s anstelle von 240s testen. Nach den ersten Frames war ich ziemlich enttäuscht von der Galaxie M96. Natürlich war dort ansatzweise eine Halo rsp. ein Balken zu erkennen, doch "schön" definiere ich nun halt mal anders. Ich versuchte mein Glück bei der nahe liegenden Galaxie M95 - und dort wiederholte sich genau das gleiche Spiel. Somit war ein Wechsel vom Messier zum NGC Katalog an der Zeit.

Zuerst versuchte ich mein Glück an NGC3628 - dem noch fehlenden Teil des Leo Triplettes. Nach 15x300s wechselte ich zur Spiralgalaxie NGC3521 (auch im Sternbild Leo). Und ich muss eingestehen, die Qualität der beiden bearbeiteten Bilder war ziemlich lausig. Der CCD-Chip macht mir immer wie mehr Sorgen - die Abdunklung in der linken oberen Ecke bleibt bestehen und auch sonst ist das Bildfeld alles andere als homogen. Dies bemerkt man besonders beim Bearbeiten der Fotos. Zudem stellte ich kreisrunde Erhellungen nach dem Preprocessing fest: Staub im Strahlengang!

Ich muss unbedingt versuchen, diese Faktoren in den Griff zu bekommen: Viel genaueres Nachführen / die richtige Länge der Belichtung / besseres Fokussieren / 1x1 binning mode testen - dies alles steht auf der ToDo-Liste für die nächsten Vollmondnächte. Vorausgesetzt, das Wetter wird sich noch verbessern.

19. März 2014

Es lief ziemlich passabel! Ich versuchte mich an diesem Abend vor dem Mondaufgang um 22 Uhr an meinem ersten NGC-Objekt: Die Sprialgalaxie NGC2903 im Leo. Dazu verwendete ich nach wie vor das alte Belichtungsset (n x 240s, - 15°), damit ich die bestehenden Darkfield-Aufnahmen weiterhin verwenden konnte.

Leider war es mir jedoch mit diesen Beilchtungszeiten nicht möglich, noch mehr von den auslaufenden Spiralarmen zu erfassen. Auf anderen Fotos sieht man ab und zu, dass sich diese fast zu einem Oval schliessen würden.

12. März 2014

Messier M64
Messier M64

Endlich eine stabile Schönwetter-Phase hier in der Schweiz - das war genau das, was ich mir immer wünschte. Naja, beinahe. Der grösste Feind ist unser treuer Begleiter, der Mond. Letzte Nacht trieb er mich zu drastischen Massnahmen: Um 3 Uhr früh klingelte der Wecker und ich machte mich werktags auf zur Sternwarte Flumenthal. Ich hatte ein theoretisches Zeitfenster von 1h 5 min. zwischen Monduntergang und Beginn der Dämmerung - da musste jeder Handgriff sitzen. Zu Beginn lief alles gut, doch dann hatte ich Schwierigkeiten, mit der Guiding-Kamera in den Fokus zu kommen. verzweifelt suchte ich während 45 Minuten irgendwelche defokussierte Sterne. Doch diese liessen lange auf sich warten. Mit viel Geduld klappte schliesslich auch dies - ich schwörte mir, nun endlich Parfokal-Ringe zu kaufen und startete eine 13x240 Sekunden Serie mit M64 (Blackeye Galaxy). Um 04:40 Uhr begann ich die Lights aufzunehmen und ein wenig nach 05:30 Uhr konnte ich mit den TIF-Dateien auf dem Notebook gespeichert, mich bereits auf den Rückweg machen. In den nächsten 7 Tagen verunmöglicht der Vollmond mit seinen Auf- und Untergangszeiten sämtliche Deepsky-Fotografie. Umso besser, dass ich diese Gelegenheit noch nutzen konnte. Es war ein schönes Erlebnis, den Tag lange vor Sonnenaufgang zu starten. Bloss lies die Müdigkeit nachher nicht lange auf sich warten ... doch ich bereue nichts :-)

07. März 2014

Tagsüber war das Wetter im Mitteland sehr dunstig - schon die Beobachtungsnacht zuvor wurde deswegen abgesagt. Bis zu 30° über dem Horizont war ein richtiger "Sumpf". Auch störte der zunehmende Mond deutlich. Deshalb startete ich diese Beobachtungssession erst um Mitternacht, als der Mond hinter dem Horizont verschwand. Ich fotographierte erfolgreich M106 und M63 (Sonnenblumen Galaxie), welche nahe am Zenit standen. Mit 12 rsp. 13x 240 Sekunden belichten, bei einer Chiptemperatur von -15° sah man schon einige Details in den beiden Galaxien. Das prepocessing mit Nebulosity war ein voller Erfolg! Lediglich M94 habe ich falsch eingeschätzt - dieses Deepsky-Objekt ist sehr schwierig zu fotografieren, da es einen sehr hellen Kern und zwei schwache Halos hat. D.h. ich werde in Zukunft versuchen, die Galaxie über ein Komposit mit verschiedenen Belichtungszeiten abzubilden.

Interessant zu beobachten war auch, dass sich die Abdunklung in der rechten oberen Ecke z.T. über den linken Rand verlagerte. Auch war durch das Verdrehen des OAG keine Veränderung feststellbar. Es könnte somit sein, dass der Chip selbst die Ursache der Abdunklung ist - z.B. durch Beschlagen?

Das Set der Darkframes konnte ich sowohl für M63 als auch für M106 verwenden. Und wenn sich die Temperaturen nicht drastisch verändern, kann ich bei gleicher Belichtungszeit auch zukünftig darauf zurückgreifen. Somit spare ich wiederum Zeit ein.

23. Februar 2014

Cagatay Blaser begleitete mich bei dieser Session. Zu Beginn sass der Schrecken tief: Nach der letzten Beobachtungsnacht liess ich scheinbar aus Versehen den Motor der Kuppeldrehung weiterlaufen. Nun war die Batterie leer und die Kuppel bewegte sich keinen Millimeter. Also bleib nichts anderes übrig, als die Einheit zu lösen und die Kuppel manuell zu bewegen. Da diese nicht immer sauber auf dem Laufring blieb, klemmten wir zu allem noch das Stromkabel vom Solarpanel zur Batterie ab. Somit funktioniert die Kuppeldrehung bis auf weiteres nicht und man muss manuell verschieben.

Ansonsten war es jedoch eine erfreuliche Beobachtungsnacht und besonders die Aufnahme von M51 gelang sehr gut!

04. Februar 2014

M33 - 15x200 Sekunden
M33 - 15x200 Sekunden

Am Dienstag schien es beinahe unmöglich, am Abend die Sternwarte Flumenthal zu öffnen und die Schaltkreise unter Strom zu setzen. Denn das Wetter im Mittelland war neblig - und über dem Nebel quellten die Wolken. Doch ein Wetterumschwung in der Nacht auf Mittwoch brachte sage und schreibe einen klaren Himmel für 4 Stunden zustande! Dank der guten Prognose von meteoblue.com stand ich bereits bei der Dämmerung bereit für den Einsatz in der Sternwarte.
Oh ja - diesmal sollte es nicht erneut Dount-förmige Sterne geben!! Es galt deshalb der genauen Fokussierung hohe Priorität zu geben. Dies gelang auch einigermassen: Auf dem Fullframe 4x4 gebinnt erreichte ich einen FWHM-Wert von ca. 6-7. Auch wenn der Tau auf der Optik nicht übermässig gross war zu Beginn, föhnte ich diesen gründlich weg. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden.
Nachdem sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen waren, machte ich mich ans Erstellen der "Lights" - also die Astroaufnahmen - von der Messier Galaxie M33. Ich stieg sogleich mit 15 x 200 Sekunden ein. Drieviertelstunden geballtes Sternenlicht somit!! Doch bin ich übers Ziel hinausgeschossen oder noch weit darunter? Das gestackte Bild von M33 (vor der Streckung des Histogrammes) sah aus wie ein Blumenkohl ... und nicht wie eine Galaxie. Für die Bearbeitung erstellte ich auch 15 Stk. Bias und 10 Stk. Darks. Also wiederum 45 Minuten warten.
Damit ich keine wertvolle Beobachtungszeit verschwendete, startete ich gleich nach den Darks die Serie mit der Galaxie Messier M81 mit den gleichen Parametern wie M33 (15 x 200 Sekunden - Chiptemperatur -21°C). Das Resultat war das bisher schönste Foto einer Spiralgalaxie in der Geschichte der Sternwarte Flumenthal! Welch' schöner Moment, wenn da nicht einige Wehrmuthustropfen wären: Die linke obere Ecke schien irgendwie "verdeckt" zu sein bei Fotographien im Fullframe Modus. Ob dies der Shutter ist, der auf den Chip hinausragt? Und dann wären hier noch die sich bewegenden Hotpixels. Sie treten jeweils nur in inem Farbkanal (grün / rot) auf und bilden etliche kleine Kratzer auf dem gestackten Bild. Hotpixels, die gleichmässig die Position ändern und nicht von dem Master-Dark eliminiert werden ... hmm!! Dies sind die Mysterien des Universums! Das wäre doch mal ein Titel für eine N24-Reportage - oder?
Bei der Bildbearbeitung erschreckte mich jeweils das Strecken des Histogrammes. Da hat man ein einigermassen erkennbares Deep-Sky Foto nach dem Stacken. Dann aktiviert man die Streck-Funktion und schwups verschwindet das Sujet hinter einem Grauschleier! Okay, die Farbe wechselt von einem Froschgrün zu einem blassgrün, doch mit Helligkeit und Kontrast muss ich dennoch die Galaxien wieder einigermassen zum Vorschein bringen. Es sieht aus, als hätte ich noch einiges für diese Software zu erlernen. oder soll ich für 80 Dollar auf Nebulosity umsteigen? Oder für 600 Dollar auf MaximDL? Auch wenn dies verlockend klingt, so kann es doch keine Lösung sein, von einem langsam Pferd auf ein schnelles Pferd zu wechseln, wenn das Rennen schlecht läuft. Reiten wir also das Pferd, bis es schnell wird und holen wir das Möglichste dabei raus.
Die Grenzen des Universums liegen jeweils nur ein paar Pixel entfernt :-)

M81 - 15x200Sekunden
M81 - 15x200Sekunden

31. Januar 2014

Ich hatte gedacht, dass die Glückssträhne anhalten würde. Deshalb habe ich mir für den Freitag Abend die beiden Galaxien M74 und M77 ausgesucht. Diese sind flächenmässig nicht die grössten und somit auch nicht die hellsten. Jedoch standen Sie für die frühen Beobachtungsstunden zwischen 19 und 21 Uhr günstig.

Bevor ich die beiden Galaxien angefahren bin, habe ich erneut an Jupiter fokussiert. Zuerst die Hauptkamera im Binning-Modus und dann die Guiding-Kamera. Dies funktionierte auf den ersten Blick recht zackig - doch wie sich später herausstellte, war genau dies die Schwachstelle. Die Fotos wurden nicht scharf. z.T. hat man sogar eine ringförmige Sternabbildung erhalten. Ein klares Zeichen für defokussierte Aufnahmen. Auch zeigten sich markante Unterschiede zwischen dem gebinnten Fokussieren und dem ungebinnten. Ich machte den Fehler, dass ich von gebinnt auf ungebinnt zurückgewechselt bin, ohne im ungebinnten Modus erneut zu fokussieren. Das nächste mal werde ich testen, ob eine höhere Anzahl von subs plus eine weniger lange Belichtungszeit zusammen mit akkuratem Fokussieren Besserung bringt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!

28. Januar 2014

Klar, man kennt die Theorie. Man hört sie dauernd im Hinterkopf: Man solle zuerst dies machen, dann langsam zu jenem übergehen, nochmals ersteres kontrollieren und so weiter und so fort. Aber jetzt mal ehrlich: Wenn die Sterne so kraftvoll am kalten Winter-Firmament leuchten, zuuckt es da nicht jeden in den Fingern, mal einfach was zu probieren?

Genau so erging es mir am 28. Januar. Die To-Do Liste war nachwievor gefüllt mit vielen Aufgaben, doch nach einem kurzen Blick auf Jupiter (Ja, er war dort wo er hingehörte) und einer Stippvisite bei Uranus (Immer noch blau und klein. Sicher, dass er ein Planet ist?), schwenkte ich das SC-Teleskop auf M82. Genau dorthin, wo ich vor ein paar Tagen gescheitert war. Das Guiding funktionierte reibungslos. Bis auf die Tatsache, dass die Lodestar-Kamera nicht mkt dem USB-Verlängerungskabel funktionierte. War wohl eine zu lange Leitung. Ein Vorteil fürs Guiding war sicherlich auch das zirkumpolare Sternbild, welches nur kleine Korrekturbewegungen erfordert. Bereits bei 20-30 Sekunden war ein Umriss im Fokus-Bild zu erahnen. Also wurde die Belichtungsdauer kurzerhand auf über 100 Sekunden erhöht. Et voila - die erste Galaxie! :-) Nach einem nächtlichen Urschrei gings sogleich weiter an M81 - weniger Kontrast doch das gleiche (gute) Ergebnis. Bei M1 scheiterte ich danach. Vielleicht dies auch weil die Belichtungszeit von 300s zu hoch war? Einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg ist m.E. auch der kleine Reiseföhn, mit welchem ich den Tau (vor allem innenseiitig!!) entfernte. Nun denke ich über den Kauf von einem aktiven Lüftersystem aus den USA nach. Schade, dass Celestron die Lüftungsschlitze passiv belassen hat - gerade bei einem geschlossenen System wie dem EdgeHD.

Dieser Abend war ein Schlüsselerlebnis für die Sternwarte Flumenthal und machte unheimlich viel Spass. Wenn's wärmer gewesen wäre und ich den Tag darauf frei gehabt hätte, hätte ich wohl die ganze Nacht durchfotografiert! :)

Zu guter letzt bermekte ich beim Bearbeiten der Fotos, dass ich sogar die Supernova in M82 klar und deutlich erwischt habe. Summa summarum: Danke gütiger Himmel für die wunderbare Nacht!! Mögen noch viele klare, mondlose Nächte kommen!

24. Januar 2014

Endlich war der Himmel klar. Der Wetterbericht war gut für den Freitag Abend - auch wenn durch den Tag noch dicker Nebel über der Region lag. Sobald die Dämmerung anbrach, öffnete ich die Kuppel der Sternwarte und die kalte Nachtluft drang hinein. Endlich wieder Photonen Sammeln!! Zu Beginn fuhr ich kurz Jupiter an. Das Seeing war schrecklich und man sah lediglich zwei Wolkenbänder - da ich zudem nicht genug Geduld hatte verliess ich kurzerhand das Sonnensystem und fuhr die Galaxie M82 an. Nach einem Realignment auf Betelgeuse und Jupiter war diese auch einfach zu finden. Die Form der Galaxie war zu erkennen; wenn auch nicht allzudeutlich. Auch hatte ich das Gefühl, die neue Supernova zu sehen. Ganz sicher bin ich mir jedoch nicht. Ich wollte keine Zeit verlieren und wechselte von der visuellen auf die fotografische Beobachtung. Nach 2 Stunden schliess ich die Kuppel wieder. In der Zwischenzeit gab es keine Erfolge zu vermelden. Es war mühsam, die beiden Kameras gleichzeitig in den Fokus zu bringen. Und falls sie im Fokus waren, wie konnte ich mir dann sicher sein? Alles war somit ein bisschen schwammig. Auch 80 Sekunden lange Aufnahmen zeigten keine klar erkennbare Galaxie M82. Die Darkfield-Aufnahmen verbesserten die Qualität der Lodestar nicht, sondern verschlechterten jene. Mühsam. Zumindest funktionierte das Guiding einigermassen. Wie gut wusste ich erneut nicht. Die Aufnahmen vom Orionebel M42 kamen zustande: die vier Sterne vom Trapez waren erkennbar, doch die Singleframes waren besser als das Komposit. Super Software. Oder super Astronom? ;) Als ich die CCD's genug gequält hatte, wollte ich noch kurz den neuen OIII-Filter visuell testen. Leider kam es nicht mehr dazu, denn ein kurzer Bluck auf die Optik zeigte, dass die Schmidt-Platte mit gefrorenem Tau überzogen war. Ich hatte die Taukappe nicht montiert, so optimistisch wie ich war ... Und das Heizband war nicht aktiviert. Ich war total unterkühlt & müde. Rückzug. 
Nun habe ich meine Lektion gelernt: ich kaufte einen kleinen handlichen Reiseföhn. Der wird die Optik trocken halten - und meine Hände warm! :) CCD-Langzeitaufnahmen werden erst glücken, wenn die Montierung sauber eingenordet ist und ich weiss, wie ich richtig fokussieren kann. Aus Niederlagen lernt man eben!

27. November 2013

Der Tanz der Sterne
Der Tanz der Sterne

Es war kalt. Bitter kalt. Bei Temperaturen von -5°C machte ich mich bei klarem Himmel an einen weiteren Beobachtungsabend. Dank der aktuellen Jahreszeit bricht die Dunkelheit schon früh über das Firmament - und auch der Mond zeigte sich gütig, indem er erst nach 1 Uhr morgens über den Horizont kletterte.
Somit ideale Bedingungen, um meine "ToDo-Liste" der Sternwarte abzuarbeiten. Nachdem alles aufgestellt war, versuchte ich, mittels der Software PhD-Guiding ein sogenanntes Drift Alignment durchzuführen: man beobachtet einen Stern auf dem Bildschirm und schaut, in welche Richtung er aus dem Bild läuft. Dem steuert man entgegen durch Korrekturen an den Teleskop-Achsen. Dadurch sollte die Ache des Teleskopes so gut wie möglich, der Erdachse und somit der Himmelsdrehung angepasst werden. Doch dies ist einfacher gesagt als getan ... Oftmals war unklar, oh ich da an der richtigen Schraube drehe, etc. Der Tanz des anvisierten Sternes wird über eine Graphik im Programm dargestellt. Oftmals lag die Position ausserhalb des Anzeigebereiches, was ziemlich frustrierend war. Ich hoffe, dennoch dadurch die Ausrichtung der Montierung ein bisschen verbessert zu haben: Und beim nächsten mal versuche ich es erneut - dann mit mehr theoretischem Wissen über die Scheiner-Methode. Und wenn alles nichts hilft, packe ich das beleuchtete Fadenkreuz-Okular aus und hopp! :-)

Der grosse Moment. Der Orion-Nebel erscheint im Fokus-Modus auf dem Bildschirm. Premiere!!!
Der grosse Moment. Der Orion-Nebel erscheint im Fokus-Modus auf dem Bildschirm. Premiere!!!

In dem ich die maximale Impulsdauer in PhD erhöht habe, war schlussendlich ein Guiding möglich. kein gutes Guiding, aber ein Guiding. Das Sternbild Orion tauchte langsam aber sicher im Osten auf und da war es doch ein Gedanken wert, das Instrument auf den Orionnebel M42 zu richten.
Wegem Einscheinern vorher war die GoTo-genauigkeit natürlich weg und die Steuerung zeigte mehrere Grad neben dem hellen Nebel vorbei. Kurzerhand habe ich den Imagetrain abgebaut, das Okular eingesetzt, den Nebel visuell gesucht - und gefunden. Imagetrain wieder montiert, die CCD-Kamera in den Fokus-Modus umgestellt - und gewartet.
Und dann musste ich lachen. Ich bin mir nicht sicher, ob man in Flumenthal - um Mitternacht  bei -5° Celsius oftmals so ein Lachen hört. Scheinbar war dies der spontane Ausdruck meiner Emotionen, denn er war da: Mitten im Bild war klar und deutlich der Orion-Nebel zu erkennen!!!
Das Foto, welches ich darauf hin aufgenommen habe war äusserst bescheiden. Nur 10 Sekunden belichtet und von 5 Frames war bloss eines brauchbar. Ich konnte trotzdem nicht wiederstehen und habe dieses im Schnellverfahren verarbeitet. Resultat siehe hier im Log-Buch.

Zugegeben, dies ist wohl das schlechteste Foto, welches ich je vom Orion-Nebel gesehen habe. Doch ich selbst habe es geschossen - und für mich ist es das beste, was mir bisher gelungen ist! :-) Und ich bin zuversichtlich, dass ich auch in den nächsten Jahren mich und die techniken stetig verbessern werde, so dass eines Tages ein eindrucksvoller Vergleich des Fortschritts möglich sein wird.

Mit diesem Gedanken beseelt habe ich das Equipment verstaut, mit klammen Fingern und tiefgefrorenen Füssen die Sternwarte geschlossen und bin mit einem breiten Lächeln nach Hause gefahren. Und es war immer noch kalt. Bitter kalt. Aber mit einem süssen Abgang.

Ein einzelnes, bearbeitetes Frame vom Orion-Nebel M42. 10s belichtet. Inkl. Darks & Bias. Chip: -19°C (Mit dem Handy vom Notebook fotographiert!!)
Ein einzelnes, bearbeitetes Frame vom Orion-Nebel M42. 10s belichtet. Inkl. Darks & Bias. Chip: -19°C (Mit dem Handy vom Notebook fotographiert!!)

31. Oktober 2013

Die neue Heizmanschette von Astrozap wurde über das ebenfalls neue 12V Netzteil angeschlossen und betrieben. Auch wenn die Temperatur nicht sehr hoch anstieg, so war doch die Schmittplatte frei von Tau!

 

Es war zum ersten mal möglich, den Stern Vega mit einer halbwegs vernünftigen Schärfe in der Nightscape CCD Kamera abzubilden! Erstaunlicherweise ging das Rauschen in der Nähe des hellen Sterns deutlich zurück.

Eine Testaufnahme des nahen M45 Plejaden Umfelds wurde geschossen - jedoch erst 5 x 10s und ohne Guiding.

 

Es war möglich, die Treiber der Lodestar erfolgreich zu installieren - auch hatte ich ein Livebild in der Software PhD-Guiding. Jedoch sind die ersten Auto Guiding Testversuche noch fehlgeschlagen (Bereits nach Kalibrierung ausgestiegen).

 

Dennoch wars summa summarum ein erfolgreicher Abend - ich freue mich bereits auf die nächste Session!